SV Leonberg/Eltingen Ein Kunstrasen, der eigentlich ein Naturrasen ist

Von Arnold Einholz 

Die Vereinsfusion nimmt Formen an. Am Gelände des SV entsteht für 860 000 Euro ein moderner Platz. Die Stadt steuert die Hälfte als Zuschuss bei.

Wenn so viele Helfer den Spaten schwingen, ist das Spielfeld bald fertig. Foto: factum/Bach
Wenn so viele Helfer den Spaten schwingen, ist das Spielfeld bald fertig. Foto: factum/Bach

Leonberg - Das erste Spiel auf dem neuen Hybridrasen-Spielfeld könnte für den Vorstand des SV Leonberg/Eltingen teuer werden. Ganze 430 000 Euro stehen auf dem Spiel! Denn so lautet ein Vorschlag von Oberbürgermeister Martin Kaufmann: Zur Eröffnung findet ein Elfmeterschießen zwischen einer Mannschaft aus den Mitgliedern des Vorstandes und einer aus Gemeinderäten und der Rathausspitze statt. Gewinnen Letztere, muss die Stadt den Zuschuss in Höhe von maximal 430 000 Euro nicht bezahlen.

Einstiger Bolzplatz wird aufgewertet

Dieses „großzügige“ Angebot hat der Vorstand am Donnerstagnachmittag, beim offiziellen Spatenstich für das neue Spielfeld südlich des Parkplatzes am Leobad, allerdings geschlossen abgelehnt. Auf dem ehemaligen Bolzplatz entsteht nun ein sogenanntes Hybridrasen-Spielfeld – es ist eine Kombination aus Naturrasen auf einer Kunststoffrasenmatte. Der Hybridrasen wird auf einer Fläche von 7200 Quadratmetern angelegt.

„Auf der Fläche, die nicht für das neue Spielfeld benötig wird, entsteht querliegend ein Minispielfeld für die Vereinsjugend“, erläuterte der stellvertretende Vorsitzende Matthias Groß. Er ist auch Referent für Technik und Liegenschaften in dem fusionierten Verein.

Die Arbeiten wurden für 785 000 Euro an die Reutlinger Firma Sportstättenbau Garten Moser vergeben. Hinzu kommen noch Eigenleistungen durch den Verein. Weil der Sportverein mit einer Kostenschätzung von 860 000 Euro bei der Stadt vorstellig wurde, hat der Gemeinderat ausgehend von den Vereinsförderrichtlinien einen maximalen Zuschuss in Höhe von 430 000 Euro in Aussicht gestellt.

Was sind die Vorteile dieses Rasentyps? Er ist vom Anschaffungspreis günstiger, muss aber wie jeder Naturrasen bewässert, gemäht und gedüngt werden. „Er ist offenporiger und hat eine um bis zu 40 Prozent längere Nutzzeit“, erläuterte Groß. Zudem könne der schon jetzt eingesetzte automatische Roboter später die beiden nebeneinander liegenden Spielfelder mähen.

Ausschlaggebend für das Leonberger Novum eines Hybridrasens war die Glems. In ihrer Nähe dürfen keine Kunstrasen angelegt werden, weil das Wasser hier natürlich versickern muss. „Jeder Spieler kickt lieber auf einem Naturrasen und dieser ist zu 87 Prozent Naturrasen“, sagte Groß. Der bisherige Rasenboden wurde am Rande des Spielfeldes aufgeschüttet. „Das wird zu einer Natur-Tribüne geformt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende.

Auftakt zum neuen Sportzentrum

„Bei einem Höhenunterschied von bis zu 1,4 Metern muss zuerst das Gefälle ausgeglichen werden“, erklärte Christoph Neumann, der Bauleiter von Moser Garten. Erst dann können Rohre, Leitungen, Fundamente und notwendigen Dränage- und Tragschichten eingebaut werden, bevor endlich Rasen eingesät wird. Der kann nach etwa acht Wochen bespielt werden – also voraussichtlich Ende September.

„Es ist erfreulich, dass der Verein der Fusion so schnell Taten folgen lässt“, zeigte sich Oberbürgermeister Martin Kaufmann zufrieden. „Denn dieses Spielfeld ist so etwas wie der Auftakt für das neue Sportzentrum des SV Leonberg/Eltingen, das hier in Zukunft entstehen wird.“