Der Kirbeverein und der Bürgerverein laden zum Feiern ein. 2011, zur frisch sanierten Carl-Schmincke-Straße, war der Auftakt des Festes: Die Bürger hatten einfach Tische und Bänke vor die Tür gestellt und sind zusammengehockt.

Leonberg - Eigentlich muss man in Eltingen nur ein paar Stehtische aufstellen und schon wird in der Nachbarschaft gefeiert“, erzählt Alexander Roth, Vorstand des Eltinger Kirbevereins. Im Jahr 2011 bei der Einweihung der neu sanierten Carl-Schmincke-Straße war so eine gute Gelegenheit. Während der Oberbürgermeister die neue Straße einweihte, stellten die Anwohner kurzerhand Tische vor die Tür und schenkten sich ein paar Gläser Sekt ein. Die Idee kam gut an, und ein Jahr später war der offizielle Startschuss zum „Eltinger Herbst“. Der Kirbeverein mit seinen rund 200 Mitgliedern und der Bürgerverein mit rund 125 Mitgliedern taten sich zusammen, um von da an jedes Jahr gemeinsam zu feiern. Am Samstag war es wieder so weit.

 

Ein wenig herbstlich ist das Wetter schon, aber das hält in Eltingen bekanntermaßen niemanden vom Feiern ab. Immerhin kein Regen, trotz Wolken bleibt es am Samstag trocken. Vor historischer Kulisse legen die künftigen Abiturienten des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Rote und Bratwürste auf den Grill. Sie wollen sich ein paar Euro verdienen für die Abi-Feier im kommenden Jahr.

Schüler bessern die Abi-Kasse auf

Schräg gegenüber ist die neue „Hasi-Bar“. Hasi ist die Abkürzung für die Hauptausschusssitzung des Kirbevereins. Olli Heber und Thomas Hesslinger haben die Theke organisiert, und so gibt es erstmals Sekt und Aperol Spritz beim Eltinger Herbst. Neben den Cocktails und dem Bierausschank lockt eine Eltinger Spezialität, das „Eselströpfchen“. Es ist ein Rosé, den Wengerter Martin Hartmann eigens für den Bürgerverein abgefüllt hat. Der Vorsitzende Klaus Hettler steht selbst am Ausschank und freut sich, dass alle Stände so gut besucht sind. Für ihn ist nach dem heutigen Fest bereits vor dem Fest, denn große Ereignisse werfen schon ihre Schatten voraus: Der Eltinger Bürgerverein feiert 2016 sein 50-jähriges Bestehen. „Wir sind derzeit dabei, ein Programm über das ganze Jahr hinweg zu planen.“ Viel mehr will Hettler noch nicht verraten, außer, dass es einen eigenen Pferdemarktwagen des Bürgervereins geben wird.

Nur wenige Meter weiter haben sich ein paar der Feinau-Wengerter getroffen. Nach ihrem großen eigenen Fest Anfang August nutzen die Familien Dittrich, Röckle und Eckstein die freie Zeit, bis sie mit dem Herbsten anfangen, und lassen es sich beim Eselströpfchen gutgehen. Vor dem Ochsen verbreiten die zarten Souflaki-Spieße mit Zaziki südländisches Flair, und Steffen Marquart hat in seiner Bäckerei reichlich Zwiebelkuchen und Zwetschgenkuchen vorbereitet.

Kaninchen streicheln

Wen es nach so viel verschiedenen leiblichen Genüssen noch nach ein wenig Kultur gelüstet, kann einen Abstecher ins alte Eltinger Rathaus machen. Die „Gruppe K“ zeigt Malerei, Schmuck und Textiles. Auch am Streichelzoo des 14-jährigen Rainer Wendel kommt kaum jemand vorbei.

Der junge Nachwuchslandwirt zeigt die schönsten seiner insgesamt 20 Kaninchen, darunter ein silberner Chinchilla, eine braun-schwarze Japanerin und ein weißer Neuseeländer. Und so bekommt der Eltinger Herbst sogar etwas internationales Flair.