Museumsgarten in Gebersheim Aus Freude am Singen erwachen alte Melodien

Von Regine Brinkmann 

Im Museumsgarten kommen Menschen zusammen, um alte Melodien aufleben zu lassen.

Eine Ziehharmonika gibt den Takt  und die Tonlage vor – doch es geht mehr um den Spaß als um den perfekten Ton. Foto: factum/Bach
Eine Ziehharmonika gibt den Takt und die Tonlage vor – doch es geht mehr um den Spaß als um den perfekten Ton. Foto: factum/Bach

Leonberg - Angestimmt wird in C-Dur, genau wie in der Kirche!“ Eberhard ­Heckeler, der Vorsitzende des Fördervereins des Gebersheimer Bauernhausmuseums, gibt schon mal die Tonart für einen ganz besonderen Liederabend vor. Er lacht, und die Runde im Museumsgarten lacht mit ihm. Denn den Ton zu halten, das ist nicht immer so einfach. Doch die zwei Dutzend Leonberger, Heimerdinger, ­Rutesheimer, Malmsheimer und natürlich Gebersheimer, die sich im Museumsgarten zum Musizieren getroffen haben, geben ihr Bestes. Sie sind aus purer Freude am Singen hier, und wenn es mal wackelt, macht das nichts. Schließlich ist auch Heinz Klingel dabei, der die bunte Truppe mit seiner Handharmonika gekonnt begleitet. Er hält immer den Ton.

Ein echtes Wunschkonzert

„Wir singen die schönen alten Lieder, die den Jüngeren zum Teil gar nicht mehr geläufig sind, die aber bei der gesetzteren Generation mit vielen Erinnerungen an ihre Jugendzeit verbunden sind“, erklärt Heckeler und schaut gestreng in die Runde: „Heute singen wir keine Seeräuberlieder, nur Volkslieder!“ Ob das klappt? Denn reihum darf aus dem ausgeteilten Textbuch ausgesucht werden, was gesungen wird. Es ist eben ein echtes Wunschkonzert, das im Museumsgarten stattfindet, und zwar live. Zwischendurch wird viel gelacht, Anek­doten und Geschichten von früher werden zum Besten gegeben.

Zum Einstimmen wird der Kanon „Es tönen die Lieder“ geschmettert, nach der dritten Strophe laufen die Stimmbänder langsam wie geschmiert. Und wenn nicht, verhelfen Wasser, Wein oder der selbst ­gemachte Museums-Most den trockenen Kehlen zu neuer Geschmeidigkeit.