Leonberg/Gerlingen/Stuttgart „Triple F“ rocken sich auf die große Bühne

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Beim „Band-Boost-Battle“ im Longhorn überzeugen die Alternative-Rocker die Jury und sichern sich so einen Platz auf der Bühne des Dalmstock-Open-Air. Die Metaller von Our Last Oath holen sich gleichzeitig den Publikumspreis.

Triple F rocken das Haus. Foto: Marius Venturini
Triple F rocken das Haus. Foto: Marius Venturini

Leonberg/Gerlingen/Stuttgart - Die Leonberger Band scheint erwachsen geworden zu sein. Gerade, als der geneigte Zuhörer zu diesem Fazit des gelungenen Triple-F-Auftritts gekommen ist, geschieht Folgendes: Mitten in ihrem letzten Song stoppt das Alternative-Trio plötzlich, und Matthias Hilberer (Gesang und Gitarre) sowie Bassist Ruwen Synovzik legen zum Tonband einen lupenreinen Squaredance hin.

Vielleicht ist es diese Art von schrägem Humor, der der Band am Montagabend den Sieg beim sogenannten „Band Boost Battle“ im Stuttgarter LKA-Longhorn einbringt. Vielleicht ist es aber auch das Zusammenspiel und die Präsenz auf der Bühne, mit denen die drei Jungs die Jury überzeugen. Der Lohn der Mühen: ein Auftritt am zweiten August-Wochenende auf dem Dalmstock-Open-Air in Leutenbach bei Winnenden. Die Hauptband am Samstag sind dort die auch in Leonberg bestens bekannten Helldorados. Gunnar Weber, eine der treibenden Kräfte hinter dem Warmbronner Open Air, bedient dort seit mehreren Jahren den Bass.

Es ist nicht der einzige Sieg, den eine Band aus dem Altkreis an diesem Abend davonträgt. Our Last Oath aus Gerlingen re­krutieren im Publikum die meisten Unterstützer und heimsen mit 50 Stimmen Vorsprung den Zuschauerpreis ein. „Die sind engagiert und haben Feuer“, sagt der Organisator Werner Holler aus Gebersheim über die Metalcore-Band, deren Sound dank der supermelodischen Twin-Gitarren ein ums andere Mal Einsprengsel der Schweden von In Flames durchschimmern lässt – aus Zeiten, als diese noch richtigen Melodic Death Metal spielten. Our Last Oath werden beim Band-Boost-Battle-Finale im Dezember wieder dabei sein.

Sechs Bands aus unterschiedlichsten Stilrichtungen sind beim Band-Battle im Longhorn angetreten. Triple F, die ihren Stil als „Sentimetal“ bezeichnen, müssen als Vierte auf die Bretter und überzeugen vom ersten Akkord an. Zuvor eröffneten aber zunächst Stripped aus Esslingen den Abend für die 150 Besucher – außer Konkurrenz. Der Fünfer glänzt mit toller Slide-Gitarre und Saxofon-Zwischenspielen, allerdings fehlt auf der Bühne noch das gewisse Etwas. Und: Sängerin Sofia Stadler hat zwar eine überragende Stimme, doch traut sie sich in den Pausen kaum, mit dem Publikum zu sprechen.

Auch bei Our Last Oath herrscht noch recht wenig Bewegung auf der Bühne. Musikalisch lassen die Gerlinger aber wenig bis nichts anbrennen. Ähnlich heftig gehen danach die Rechberghausener A Smile in Chains zu Werke: Death Metal mit Amon-Amarth-Einschlag. Das heißt Todesmetall-Hymnen zwischen epischer Breite und Hochgeschwindigkeit. Der Vierer macht einen guten Job, auch wenn es vor der Bühne verwunderlich leer bleibt.

Anders bei Call Me Daddy, der zweiten Gerlinger Band an diesem Abend. Sänger Matze, eine Rampensau allererster Güte, macht schon beim ersten Song im Übereifer fast einen Abflug in den Fotograben. Zur Musik: Call Me Daddy erfinden an diesem Abend den Punkrock zwar nicht neu. Allerdings ist es schon eine Weile her, dass man von den ehemals Großen wie Green Day, Blink 182 oder Sum 41 Pop-Punk-Kracher dieser Qualität gehört hat. Klasse.

Dann sind „Triple F“ an der Reihe. Und der Schuss Melancholie, den die Band in ihren Songs verarbeitet, fügt sich auch an diesem Abend einwandfrei ins Gesamtbild. Dazu passt der neue Song „Confusion“ von der Platte, die die Band in der vergangenen Woche aufgenommen hat. Und mit „I’m Gone“ hat die Band so etwas wie einen Mini-Hit im Gepäck. Anschließend machen Liebera (Heavy-Rock aus Steinheim) und die Nürtinger Electro-Metaller Oben Ohne den „Band-Boost-Battle“-Sack fürs Erste zu. Die nächste Runde des Band-Contests steigt am 24. Mai ebenfalls im LKA-Longhorn in Stuttgart-Wangen.