Leonberg Hochauflösende Einblicke in den Körper

Von Arnold Einholz 

Im Krankenhaus steht eine neue Röntgenanlage. Damit lassen sich Gefäßerkrankungen um vieles leichter und effizienter diagnostizieren und auch behandeln. Der Klinikverbund Südwest investiert dafür rund eine Million Euro.

Chefarzt Jens  Schneider  (links) erläutert die Vorzüge der neuen Röntgenanlage  und zeigt die vielfältigen Foto: factum/Granville
Chefarzt Jens Schneider (links) erläutert die Vorzüge der neuen Röntgenanlage und zeigt die vielfältigen Foto: factum/Granville

Leonberg - Sehen, diagnostizieren und so schonend wie möglich behandeln – das sind bei Gefäßerkrankungen und Tumoren Herausforderungen, denen sich eine moderne Medizin stellen muss. Dafür sind spezielle Geräte erforderlich. Ein solches wird nun in Leonberg eingesetzt.

Gerade bei der Darstellung besonders feiner Strukturen, wie der Blutgefäße (Angiografie), sind für Diagnostik und Therapie hochauflösende Bilder bedeutsam. Ob eine Computertomografie, die Magnetresonanztomografie oder aber bei einer minimalinvasiven Behandlung die röntgenstrahlenbasierte Digitale Subtraktionsangiografie (DSA) zum Einsatz kommen, entscheiden die Ärzte nach der individuellen Situation und Verfassung des Patienten.

DSA- ersetzt Angiografieanlage

Am Krankenhaus Leonberg ersetzt seit Kurzem eine neue DSA-Anlage die alte Angiografieanlage. „Der Ersatz war dringend notwendig“, erläutert Jens Schneider, der Chefarzt des standortübergreifenden Fachzentrums für Radiologie Leonberg- Böblingen die Vorteile des neuen Siemensgerätes. Die Radiologie am Leonberger Krankenhaus ist Partner im zertifizierten Gefäßzentrum. Die neue Anlage ermöglicht jetzt hochauflösende Bilder, um insbesondere Verengungen an Becken- und Beingefäßen, wie sie gehäuft bei Patienten mit Diabetes und Niereninsuffizienz auftreten, aufzuspüren und gegebenenfalls sofort minimal-invasiv zu behandeln.

„Bei der Behandlung der Schaufensterkrankheit (schwere Beine, die Red.) wird unter örtlicher Betäubung über die Leistenarterie ein Katheter eingeführt. Über diesen Zugang können Engstellen und Verschlüsse behandelt werden“, erläuterte Schneider. Ein Vorteil für den Patienten sei, dass keine große Operation erforderlich ist. So verkürze sich der Aufenthalt im Krankenhaus.

Die Arbeit zwischen den Kollegen klappt gut

„Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Abteilungen Gefäßchirurgie und Radiologie funktioniert äußerst erfolgreich“, sagt der Chefarzt der Gefäßchirurgie, Joachim Quendt. Etwa ein Drittel der Eingriffe an Gefäßen werden vom Chefarzt der Radiologie vorgenommen. Als Leiter des Fachzentrum für Radiologie Leonberg-Böblingen ist Schneider dienstags und donnerstags auch in Böblingen tätig.

Seit 2012 leitet Jens Schneider, der von der Uniklinik Mainz kam, wo er das Verfahren von der Pike auf gelernt hat, das Fachzentrum Radiologie im Krankenhaus Leonberg. Mit ihm hat sich hier das Behandlungsspektrum massiv erweitert. So werden hier mittlerweile auch Lebertumoren radiologisch behandelt oder komplexe Gallengangseingriffe vorgenommen.

„Welche Behandlungsmethode letztendlich zum Einsatz kommt, wird interdisziplinär in Fallkonferenzen besprochen“, erklärt Schneider. Hiervon profitieren auch die Patienten der Gastroenterologie und Allgemeinchirurgie.

„Ja selbst unsere Patienten werden gelegentlich hier behandelt“, sagte am Donnerstag bei der Vorstellung des Anlage,Michael Sarkar, der Leiter der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, am Beispiel einer betagten Patientin, die nach einem Sturz einen Blutung im Becken hatte.

Neue, moderne Räume

Für die neue DSA-Anlage wurden die Räumlichkeiten saniert und modernisiert. Zusätzlich wurde noch ein neuer Vorbereitungsraum geschaffen, um den Behandlungs- und Patientenkomfort zu verbessern. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund eine Million Euro, die der Klinikverbund Südwest über seinen Träger, den Landkreis Böblingen, schultert.

Landrat Roland Bernhard meinte als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikverbundes Südwest: „Die Investition ist ein weiterer Meilenstein für ein besseres wohnortnahes, medizinisches Leistungsangebot in der Region Leonberg.“ Er sei fest davon überzeugt, dass mit der Medizinkonzeption und den darin vorgesehenen standortübergreifenden Strukturen alle Krankenhausstandorte im Landkreis für die Zukunft erhalten werden. Dies sei auch so mit dem Ministerium für Soziales und Integration abgestimmt, sagte Bernhard.

Leonberg zeige deutlich, dass mit standortübergreifenden Fachzentren eine gute Versorgung ohne unnötige Doppelstrukturen gesichert werden kann. Davon, jährlich Krankenhausstandorte auf den Prüfstand zu stellen, halte er nichts, so der Landrat.