Leonberg Hofmeister schließt Filiale zum Jahresende

Von Ulrike Otto 

Man sei sich mit dem Vermieter, einem Immobilienfonds, nicht einig geworden. Das Bietigheimer Unternehmen bemängelt zudem den Sanierungsbedarf in dem 1993 eröffneten Gebäude. Alle Mitarbeiter sollen an anderen Standorten übernommen werden.

Dichtes Gedränge bei Möbel Hofmeister in Leonberg an einem verkaufsoffenen Sonntag: Diese Bilder wird es ab nächstem Jahr nicht mehr geben. Foto: factum/Archiv
Dichtes Gedränge bei Möbel Hofmeister in Leonberg an einem verkaufsoffenen Sonntag: Diese Bilder wird es ab nächstem Jahr nicht mehr geben. Foto: factum/Archiv

Leonberg - Nach acht Jahren heißt es: Adéle. Das Möbelhaus Hofmeister schließt seine Leonberger Filiale zum Ende des Jahres (wir berichteten kurz). Das teilte das Bietigheimer Unternehmen am Mittwochnachmittag mit. „Unser Mietvertrag in Leonberg endet zum Jahresende“, sagt Geschäftsführer Frank Hofmeister. Dieser sei zeitlich befristet gewesen.

Bei den Verhandlungen mit dem Vermieter, der Luxemburger Immobilien- und Investment-Firma Aerium, sei keine Einigung erzielt worden. Die Luxemburger hätten andere Vorstellungen über die Weiternutzung des Objekts gehabt. „Zudem hat Hofmeister seit längerem erfolglos auf erheblichen Sanierungsbedarf im Gebäude hingewiesen“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Aerium selbst war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Immobilie an der Ecke Post-/Römerstraße war 1993 eröffnet worden, damals erbaut als Möbelhaus der Familie Mutschler. Hofmeister ist mittlerweile der vierte Möbelhändler dort. Erst 2008 war das Unternehmen aus Bietigheim in das Gebäude in Leonberg eingezogen, zu dem auch ein Parkhaus sowie ein Fußgängersteg zwischen beiden Bauten gehören. Bis zum Jahresende soll der Betrieb weiter laufen. Auch zum Thema Personal hat sich die Firma geäußert, die an fünf Standorten insgesamt 1200 Beschäftigte hat. „Hofmeister übernimmt von Leonberg alle unbefristeten Mitarbeiter und die Auszubildenden an die Standorte Bietigheim und Sindelfingen“, erklärt das Unternehmen. 60 Vollzeitstellen gibt es Engelberg. Beschäftigte mit Zeitverträgen werden nicht übernommen.

„Ich bedaure diese Entwicklung sehr“, sagt der Leonberger Oberbürgermeister Bernhard Schuler, der die Nachricht ebenfalls erst am Mittwoch erhalten hat. „Wir werden mit dem Gemeinderat nach den Pfingstferien über die Konsequenzen aus dieser Entscheidung beraten“, meint er.

„Es war unsere Absicht, mit dem Möbelhaus in Leonberg möglichst schnell im Südwesten von Stuttgart Fuß zu fassen“, sagt Geschäftsführer Frank Hofmeister. Zwischenzeitlich habe man aber in Sindelfingen ein modernes, attraktives und neben dem Breuningerland verkehrsgünstig gelegenes Einrichtungszentrum auf eigenem Grund und Boden gebaut.

Zuletzt hat das Unternehmen zusätzlich Möbel Borst in Ulm/Ehingen mit 200 Mitarbeitern und 35 000 Quadratmetern Verkaufsfläche übernommen. Zudem sei geplant, den Innen- und Außenauftritts des Bietigheimer Stammhauses einer Rundumerneuerung zu unterziehen.