Leonberg In nur drei Jahren zum neuen Rathaus

Von Ulrike Otto 

Im November 2013 beschließt der Gemeinderat den Neubau. Am 30. Dezember 2014 folgt der Vertrag mit dem Generalunternehmer, gestern nun die Übergabe.

OB Schuler (re.) mit Wolff & Müller-Geschäftsführer Steffen Schönfeld. Foto: factum/Granville 12 Bilder
OB Schuler (re.) mit Wolff & Müller-Geschäftsführer Steffen Schönfeld. Foto: factum/Granville

Leonberg - Das ist die erste Veranstaltung im neuen Ratssaal“, sagt Bernhard Schuler und greift zum Stift. Der Oberbürgermeister unterschreibt das Abnahmeprotokoll mit dem Generalunternehmen Wolff & Müller, das den Rathaus-Neubau innerhalb von weniger als zwei Jahren hochgezogen hat. Auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 30. Dezember 2014, wurde der Auftrag für das 25 Millionen Euro teure Gebäude unterzeichnet.

„Da stand außer der Hülle noch nichts fest“, hebt Schuler die besondere Leistung hervor. Der eigentlich Bau begann dann erst im Juni (siehe Chronik unten). Abgabetermin: Jahresende 2016. „Ich bin froh, dass wir das geschafft haben“, sagt Schuler, der auch die gute und vor allem sachliche Zusammenarbeit im Gemeinderat bei diesem brisanten Thema lobt. Denn zum neuen Rathaus kam die Stadt im März 2013 eher wie die Jungfrau zum Kinde. Wegen technischen und Brandschutzmängeln wurde die Betriebserlaubnis nur bis Februar 2017 erteilt. „Sicher hätte man das jetzige Rathaus sanieren und um den nötigen Anbau erweitern können. Aber das wäre genauso oder eventuell sogar teurer gekommen“, sagt der OB.

Moderner Verwaltungssitz

Dafür lobt er die Vorzüge des Neubaus, der künftig nur noch „Rathaus Leonberg“ heißen wird. „Es ist transparent, wie es eine Verwaltung im 21. Jahrhundert sein sollte.“ Große, bodenlange Fenster nach außen sollen Offenheit gegenüber der Bevölkerung demonstrieren. Das Atrium, verglaste Bürotüren und viele Fenster und Glaswände im Inneren sorgen für viel Tageslicht. Dazu ist ein modernes Betonkühlungs- und -heizungssystem installiert. „Das ist eine energetisch besonders günstige Variante“, erklärt Bernhard Schuler. Dazu komme eine Solaranlage auf dem Dach, durch die sich die Verwaltung teilweise selbst mit Strom versorgen kann. Dazu gibt es erstmals eine Kantine für die 220 Mitarbeiter.

Abbruch des alten Gebäudes im Frühjahr

„Das war ein anspruchsvolles Bauvorhaben“ und eine außergewöhnlich gute Zusammenarbeit“, meint der Geschäftsführer von Wolff & Müller, Steffen Schönfeld, der zur Unterzeichnung ein Geschenk mitgebracht hat: eine Urkunde, die bezeugt, dass am neuen Rathaus klimaneutral gebaut wurde. Damit ist Wolff & Müller aber noch nicht fertig. „Wir müssen das bestehende Gebäude noch abbrechen. Das wird nicht einfach“, sagt Schönfeld.

Erst wenn auch die Außenanlagen stehen, soll es ein Fest für die Bürger geben, vermutlich am 9. Juli. Für die Bürgerschaft öffnet die Verwaltung im neuen Domizil erstmals am Dienstag, 10. Januar. In der kommenden Woche sind außer dem Bürgeramt und dem Stadtmarketing alle Ämter wegen des Umzugs geschlossen. Das Kulturamt samt Stadtmarketing zieht erst nach dem Pferdemarkt in den Neubau ein. Dann öffnet auch die neue Tourist-Information direkt am Eingang im Erdgeschoss.