Leonberg Johannes Kepler wird bald der Star im Stadtmuseum

Von Brunhilde Arnold 

Mit einer Sonderausstellung zum 450. Geburtstag wird der große Astronom im Jahr 2021 gewürdigt.

Nicht nur hierzulande ein Star: Diese Statue von Tycho Brahe und Johannes Kepler steht in Prag. Foto: pixabay
Nicht nur hierzulande ein Star: Diese Statue von Tycho Brahe und Johannes Kepler steht in Prag. Foto: pixabay

Leonberg - Genau 8349 Gäste besuchten im Jahr 2018 die drei Museen in Leonberg. Knapp die Hälfte von ihnen, nämlich 4181, kam ins Stadtmuseum in der Altstadt. „Das Haus selbst ist ein Highlight“, sagte Museumsleiterin Kristin Koch-Konz bei der Vorstellung des Museumsberichts 2017/2018. Wohl deswegen ist die alte Lateinschule auch für Trauungen sehr beliebt – 47 Mal wurde dort 2018 etwa geheiratet. Wenn man allerdings die Besucher im Rahmen der Langen Kunstnacht und der Trauungen abzieht, waren es 2018 nur 1811 Personen, die ins Stadtmuseum kamen. Sehenswert sind auch das Christian-Wagner-Haus in Warmbronn und das Bauernhausmuseum in Gebersheim. Nach der Neugestaltung der Ausstellung in Warmbronn im vergangenen Jahr und den damit verbundenen Veranstaltungen schnellte dort die Besucherzahl von 690 im Jahr 2017 aus 1642 in 2018 hoch. Im Bauernhausmuseum tragen ebenfalls viele Veranstaltungen zu der Zahl von 2526 Besuchern bei.

Modernisierung kostet Geld

Eine Neugestaltung der Dauerausstellung ist laut Kristin Koch-Konz nun auch im Stadtmuseum nötig und zwar die zur Vor- und Frühgeschichte. So sollen neue archäologische Funde wie etwa eine jungsteinzeitliche Siedlung in Höfingen in die Präsentation aufgenommen werden. Dieser Umbau, für den 2016 schon 60 000 Euro in den Haushalt eingestellt wurden, wird allerdings nur der erste Schritt sein. In Etappen sollen die inhaltliche Neuausrichtung und Neupräsentation der weiteren Dauerausstellungsbereiche folgen. „Wir wollen wieder aufschließen zu den aktuellen Standards im Museumsbereich“, sagte Kristin Koch-Koch.

Parallel dazu sind neue Ausstellungen geplant. Das Stadtmuseum zeigt laut Koch-Konz gewöhnlich mehrere Ausstellungen jährlich. Das waren beispielsweise in den letzten zwei Jahren „Geschichten rund ums Rad“, „Versteckte Schätze in der Altstadt“ und „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Für 2021 ist nun eine große Sonderschau geplant. Denn dann jährt sich der Geburtstag von Johannes Kepler zum 450. Mal. Und Museumsleiterin Koch-Konz denkt schon weiter, denn im Jahr 2025 gilt es, den 250. Geburtstag des Philosophen Friedrich Schelling im Museum abzubilden. Neben den Sonderausstellungen sollen auch Veranstaltungen die beiden historischen Persönlichkeiten beleuchten. Und das Stadtmuseum soll nun auch endlich leistungsstarkes W-Lan erhalten. Neue Medien als Informationsquelle konnte man bislang nicht anbieten.

Undichte Stellen, bröckelnder Putz

Hansjörg Albrecht – der ebenso wie Kristin Koch-Konz eine 50-Prozent-Stelle hat – betreut die beiden Museen in den Stadtteilen und die Sammlungen. Während die Ausstellung im Christian-Wagner-Haus 2018 inhaltlich und optisch neu aufgestellt wurde, gibt es im Bauernhausmuseum, das von einem Förderverein betrieben wird, baulich offensichtlich einiges zu tun. Schon 2017 hat eine undichte Stelle im Dach zu einer feuchten Mauer auf der Nordseite geführt. Putz brach von den Wänden. Das städtische Gebäude­management ließ den Schaden reparieren. Außerdem wurde eine Prioritätenliste zu den notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen aufgestellt. Dazu gehören etwa die Brandmeldeanlage sowie die Sicherung der Gebäudefundamente.

Seit 2006 befindet sich das Depot der städtischen Kunst- und Museumssammlungen in der Eltinger Straße 11, der alten Schuhfabrik. Große Objekte sind in einer Scheune in Gebersheim untergebracht. Die Pflege und wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlung ist für die Öffent­lichkeit weitgehend unsichtbar. Hansjörg Albrecht kümmert sich seit 2016 auf einer   50-Prozent Stelle nicht nur um die Museen in Gebersheim und Warmbronn, sondern betreut auch die Sammlungen. Große Mengen an Objekten seien noch gar     nicht inventarisiert, sagte er. Im Museumsbericht wird als Grund dafür ein seit Jahren bestehendes „eklatantes Missverhältnis“ zwischen den personellen ­Ressourcen und der Sammlungs- und Inventarisierungspraxis genannt. Konkret heißt das, dass viele Objekte angenommen wurden, obwohl es kaum Räume dafür gab und auch keine Mitarbeiter, die sich darum kümmern konnten.

Was gibt’s im Depot?

So liegt es an Hansjörg Albrecht, die noch nicht gesichteten Depotbestände anzuschauen und neu zu ordnen. Vieles sei noch überwiegend in Bananenkisten notdürftig verpackt. Die Gegenstände müssten ausgepackt, grob gereinigt und bis auf weiteres offen gelagert werden, beschrieb Albrecht seine Arbeit. Ein wesentliches Ziel sei es, relevantes Museumsgut langfristig sicherzustellen und Lager- und Transportschäden künftig zu vermeiden. Weil der Sammlungsansatz zu breit sei, so Hansjörg Albrecht, müsse ein Konzept erstellt und das Sammlungsprofil geschärft werden. Ein weiterer wesentlicher Teil seiner Arbeit in den zurückliegenden zwei Jahren war die elektronische Er­fassung der analogen Inventardaten. Von rund 6000 in Inventarbüchern und ­-karten festgehaltenen Nummern müsse er noch 1500 bearbeiten, berichtete Albrecht.




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