Leonberg: Jugendarbeit geht neue Wege Die Streetworker in der Stadt sind jetzt automobil

Von Arnold Einholz 

Ein ehemaliger Rettungswagen wird zum fahrenden Stützpunkt der aufsuchenden Jugendarbeit in Leonberg.

Über die Ausstattung machen sich vorerst die Jugendlichen Gedanken. Foto: factum/Granville
Über die Ausstattung machen sich vorerst die Jugendlichen Gedanken. Foto: factum/Granville

Leonberg - Ein Rettungswagen ist ein vielseitiges Gefährt. Und wenn er gut in Schuss ist, ist er auch in seinem „Ruhestand“ noch hoch begehrt. Mit seinem ausgemusterten Bus hätte das DRK Leonberg so noch Geld verdienen können. Doch wenn der Vorsitzende des Ortsvereins als   Erster Bürgermeister auch noch das ­Finanz- und das Sozialdezernat leitet, dann kommt es manchmal anders. Und so hat Ulrich Vonderheid, wie er sagt, „den Daumen draufgehalten, dass das Fahrzeug für einen nützlichen Zweck in der Stadt bleibt“.

Immerhin verschenkt hat das DRK den Bus nicht, 5000 Euro fließen in die Kasse der Rotkreuzler. Der Bus dagegen ist vor Ort geblieben und wird nun zum mobilen Stützpunkt der Streetworker vom Waldhaus Hildrizhausen. „Das Waldhaus ist ­beweglicher geworden“, sagte Bernhard Schuler. Bei einem kleinen Festakt übergab der Leonberger OB einen symbolischen Autoschlüssel an Hans Artschwager, den Geschäftsführer vom Waldhaus.

Waldhaus feiert 60-jähriges Bestehen

„Das ist nun, da das Waldhaus sein ­60-jähriges Bestehen feiert, ein schönes ­Geburtstagsgeschenk“, freute sich Artschwager. Fast wäre es ein doppeltes ­Geburtstagsgeschenk geworden, denn 2018 steht auch ein kleines Jubiläum an – 1998 stieg das Waldhaus Hildrizhausen in Leonberg in die Jugendarbeit ein. Vornehmlich mit der mobilen, der aufsuchenden ­Jugendarbeit, wurden die Streetworker des Waldhauses in der Stadtmitte betraut. Doch warum gab das DRK den ehemaligen Rettungswagen, der erst etwa 80 000 Kilometer zurückgelegt hat, überhaupt ab? „Er ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand“, sagt Bereitschaftsleiter Steffen Widmaier. Und noch ein anderes Problem war aufgetaucht: Weil das Fahrzeug voll ausgerüstet und beladen mehr als 3,5 Tonnen wiegt, fehlten dem DRK häufig die Fahrer mit dem dafür notwendigen Führerschein.

„Die mobile Jugendarbeit wird jetzt automobil“, meinte Michael Groh, der Bereichsleiter Kommunale Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit. Doch davor ist noch einiges zu machen. Bereits jetzt sind einige Ausrüstungsdinge aus dem Gefährt aus­gebaut worden, so dass es um fast 500 Kilogramm leichter und auch von den Jugendsozialarbeitern gefahren werden darf, ohne dass sie eine Prüfung für eine neue Führerscheinklasse machen müssen.

Jugendliche bestimmen mit

„Die mobile Jugendarbeit kommt nun besser an die Plätze der Jugendlichen und kann etwas für die anbieten, die nicht in die Jugendhäuser kommen“, sagt Lars Schoppe. Er ist gemeinsam mit Theresa Schweizer und Jasmin Unterseher für die auf­suchende Jugendarbeit zuständig. Übergeben wurde das Fahrzeug auf dem Mitarbeiter-Parkplatz des Leo-Centers. „Den stellen wir auch künftig zur Verfügung“, sagte der Centermanager Klaus-Peter Regler.

Doch die weiteren Standorte für das ­fahrende Büro der Jugendarbeiter sollen gemeinsam mit den Jugendlichen fest­gelegt werden – ebenso die Ausstattung des ­Fahrzeugs. Und nicht zuletzt werden die ­Jugendlichen auch das Äußere des Busses ­gestalten. Dafür ist ein Graffiti-Workshop vom 2. bis 4. November im Kinder- und ­Jugendhaus Eltingen angesetzt. Weitere Informationen und Anmeldung unter der Telefonnummer 0 71 52 / 7 65 98 55.




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