Leonberg Kinder treten arglos in große Haufen

Von Henning Maak 

Ein Anwohner beschwert sich, dass viele Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht beseitigen.

Das Geschäft des Hundes gehört in einen Beutel. Foto: Adobe Stock
Das Geschäft des Hundes gehört in einen Beutel. Foto: Adobe Stock

Leonberg - Wolfgang Blank hat die Nase voll – im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder muss er von seiner Wohnung in der Riedstraße aus ansehen, wie Hundehalter ihre Vierbeiner einen Haufen in der Nähe des Spielplatzes Niederhofen machen lassen, ohne sich um die Hinter­lassenschaft zu kümmern. „Wenn ich die Hundehalter darauf anspreche, kriege ich oft zur Antwort, ,mein Hund war das nicht’, obwohl ich es vom Balkon aus gesehen habe“, erzählt Blank. Seine Erfahrung sei: je größer der Hund, desto uneinsichtiger der Halter.

Der Monteur hat selbst auch leidvolle Erfahrungen gemacht: „Ich bin schon nachts um 3 Uhr von einer Baustelle zurückgekommen und dann in einen dieser Haufen direkt vor meiner Garage getreten.“ Mehr Sorgen macht er sich jedoch um die Kinder, die auf dem Spielplatz immer wieder in solche Tretminen hineinliefen. Durch die Flüchtlingsheime sei der Spielplatz noch stärker frequentiert als zuvor. „Ich verstehe ja, dass Hundehalter diesen schönen Weg bis runter zur Glems gerne nutzen. Aber wenn ich einem Hundehalter eine Tüte in die Hand drücke und sage, er soll das mitnehmen, kriege ich zur Antwort, ,dafür zahle ich Hundesteuer“, empört sich Blank.

1500 Hundehalter in der Stadt

Bereits zweimal hat er beim Ordnungsamt angerufen . „Dort sagte man mir, die Stadt sei machtlos und könne nicht bei jedem Spielplatz einen Kontrolleur auf die Lauer legen“, erzählt Blank. Dies bestätigt die städtische Pressesprecherin Undine Thiel: „Wir können nur aufklären und kontrollieren“, sagt sie.

Jeder der rund 1500 Hundehalter in Leonberg bekomme bei der Anmeldung ein Merkblatt, in dem erklärt werde, dass „Verunreinigungen von Hunden unverzüglich zu beseitigen“ seien. Werde ein Hunde­halter auf frischer Tat ertappt, muss er ­zahlen (siehe Artikel links).

Zudem habe die Stadt mit Schildern für ein entsprechendes Bewusstsein geworben, an Hundehalter im Amtsblatt appelliert und im gesamten Stadtgebiet insgesamt 72 Hundebeutelkotstationen aufgestellt. Die Beutel gib’s kostenlos im Bauhof. „Im vergangenen Jahr wurden rund zwei Millionen benutzt“, sagt Thiel.

Fehlgeburten bei Rindern

Der Landesbauernverband appelliert: Hunde gehören nicht auf Äcker. Ver­unreinigtes Erntegut sei ­gesundheitsgefährdend. Die Landwirte produzierten auf den Wiesen Futter für ihre Tiere. Die Verunreinigung mit Hundekot können bei trächtigen Rindern zu Fehlgeburten führen.

Dass der Gemeinderat die Bußgelder deutlich erhöhen will, begrüßen sogar Hundebesitzer. Ein Mitglied eines Hundesportvereins, der seinen Namen in der Zeitung nicht nennen will, erklärt, er finde es gut, wenn die Strafen zur Abschreckung erhöht werden. „In den Hundesportvereinen versuchen wir, den Leuten das Selbst­verständnis genau dafür näher zu bringen“, erklärt er. Oft bekomme man aber zur ­Antwort, dass Hundehalter im Gegensatz zu Katzenhaltern Steuern zahlen würden.