Fachvortrag zum Thema "vertrauliche Geburt"

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung von pro familia (profa) Landkreis Böblingen e.V. wurde die bisherige Vorsitzende, die 2023 das Amt von Gisela Schnäbele übernommen hatte, in ihrem Amt einstimmig bestätigt. Kristiane Dongus konnte in ihrer ersten Amtszeit auf die Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen zurückblicken. Die Aufgaben der Beratungsstelle, so die Vorsitzende, sind breit aufgestellt. Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Schwangerenkonfliktberatung gibt es Beratungen zu finanziellen Hilfen, Elterngeld und Elternzeit. Aber auch Paar- und Rechtsberatungen, Vorträge in Kitas, Schulen und auch Firmen werden angeboten. Das alles ist nur stemmbar, so Kristiane Dongus, mit einem gut aufgestellten und kompetenten Team unterstützt durch einen produktiven Vorstand. Die Vorsitzende verwies darauf, dass die Zeiten, gerade im Hinblick auf finanzielle Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg und den Kreis Böblingen wohl rauer werden. Der Landkreis hat angekündigt, dass die Freiwilligkeitsleistungen überprüft und wohl auch reduziert werden sollen. ProFamilia, so die Vorsitzende aber in Ergänzung auch die Geschäftsführerin Beate Scharfenstein, decken eben nicht nur das Soll der Schwangerenkonfliktberatung ab, sondern bieten viele Bausteine im Bereich Prävention und Beratung an, die es zu erhalten gilt. Auch im Jahr 2026 soll das Hauptaugenmerk darin liegen, die vielfältigen Angebote für alle Altersgruppen und auch für Personen mit Beeinträchtigungen weiterzuführen.

 

Dem Bericht der Vorsitzenden und der Geschäftsführerin folgte bei der diesjährigen Mitgliederversammlung noch ein Fachvortrag zum Thema „Vertrauliche Geburt – und was ist, wenn es sich die Mutter anders überlegt?“. Diana Riediger, Mitarbeiterin bei profa, zeigte auf, welche Schritte für eine vertrauliche Geburt im Krankenhaus erforderlich sind und welche Unwegbarkeiten dabei auftreten können. „Und was passiert, wenn die Schwangere nach der Geburt das Kind dann doch behalten will?“, so die Frage. Dann muss wieder ein Mechanismus losgetreten werden, der alles andere als unkompliziert ist. Das Bundesamt für Familien und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) ist hier als Erstes gefordert. Eingebunden natürlich auch Beratungsstelle (BST), Jugendamt (JA), Krankenhaus, Standesamt, Familiengericht, um nur einige der Akteure hier aufzuzählen. Die Referentin würde sich eine Art Ablaufplan sowohl für die vertrauliche Geburt als auch für eine evtl. Rückabwicklung wünschen, so das Fazit. So kompliziert hatten sich das die Anwesenden nicht vorgestellt.

Insgesamt sind die kommenden zwei Jahre der Beratungsstelle geprägt davon, präventive Maßnahmen der Förderung im Bereich sexueller Bildung und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen anzubieten und auszubauen sowie die anstehenden Kürzungen der finanziellen Zuschüsse zu kompensieren, um das Beratungsangebot aufrecht erhalten zu können.

Elke Staubach

(2.Vorsitzende pro familia Böblingen)

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