Leonberg Landrat bekennt sich klar zum Krankenhaus

Von Thomas K. Slotwinski 

Roland Bernhard betont die strategische Bedeutung der Klinik.

Symbolbild. Foto: Horst Rudel
Symbolbild. Foto: Horst Rudel

Leonberg - „Der Klinikverbund Südwest braucht Leonberg als integralen Standort im Ballungsraum Stuttgart.“ Mit klaren Worten hat sich Roland Bernhard zur Zukunft des Krankenhauses bekannt.

Der Landrat unterstrich am Rande der Verabschiedung der langjährigen Pflegedienstleiterin Doris Weis die Bedeutung der Klinik. Gerade die geografische Lage als nördlichster Posten des Klinikverbundes mit den angrenzenden Häusern in Stuttgart, Ludwigsburg oder Pforzheim mache das hiesige Krankenhaus so wichtig: „Leonberg ist Garant dafür, dass der Klinikverbund in diesem Wettbewerbsgebiet in den nächsten Jahrzehnten gut aufgestellt ist.“

Bernhard reagierte mit dieser Erklärung auf die nicht abnehmenden Befürchtungen bei Leonberger Kommunalpolitikern, dass die medizinischen Leistungen im Krankenhaus nach der Eröffnung der Zentralklinik in Böblingen deutlich heruntergeschraubt werden. Schon jetzt ist geplant, die erfolgreiche und profitable Gefäßchirurgie nach der Vollendung des Neubaus von Leonberg nach Böblingen zu verlegen. Das entsprechende Raumkonzept für das Großklinikum ist jüngst vom Kreistag verabschiedet worden.

„Ich werde für das Krankenhaus kämpfen“

Der Landrat warb dafür, die Großklinik auf dem Flugfeld „nicht immer nur als Bedrohung“ zu sehen. Es gehe vielmehr darum, dass im Klinikverbund insgesamt ein hervorragendes medizinisches Angebot gemacht werde. Dazu zähle auch das Haus in Leonberg. Bernhard wörtlich: „So lange ich als Landrat Verantwortung trage, werde ich für das Krankenhaus Leonberg kämpfen.“

Wie berichtet, soll auf dem Flugfeld zwischen Böblingen und Sindelfingen ein Neubau mit rund 700 Betten entstehen. Die Kosten werden derzeit mit 437 Millionen Euro angegeben. Mit einer Inbetriebnahme der neuen Zentralklinik wird nicht vor dem Jahr 2024 gerechnet. Die beiden jetzigen Krankenhäuser in den beiden Städten werden dann geschlossen. Was mit ihnen und den Grundflächen geschehen soll, ist noch nicht geklärt.

Das 50 000 Quadratmeter große Gelände hat der Kreis unlängst für 15,7 Millionen Euro vom Zweckverband Flugfeld, dem die Städte Böblingen und Sindelfingen angehören, gekauft. Die Verhandlungen waren dem Vernehmen nach schwierig. Ursprünglich wollten die beiden Städte rund 18 Millionen Euro für die Fläche haben.

Ein Lärmgutachten für das neue Krankenhaus steht noch aus. Der Standort liegt nahe der Autobahn 81 und der Eisenbahnlinie. Die Altlastenfrage ist zumindest bis zu einer bestimmten Tiefe geklärt.

70 Millionen Euro für die Sanierung

Im Krankenhaus Leonberg ist in den kommenden Jahren eine schrittweise Sanierung mit einem Gesamtvolumen von rund 70 Millionen Euro geplant. Gegenwärtig wird die Intensivstation instand gesetzt. Danach wird das Gesamthaus energetisch saniert. Die Operationssäle kommen in einen Neubau, der an das jetzige Gebäude angeschlossen werden soll.

In welchen Dimensionen sowohl das Großprojekt in Böblingen wie auch die Sanierungen in Leonberg und Herrenberg (24 Millionen Euro) vom Land gefördert werden, muss noch ausgehandelt werden.