Leonberg Mit der Kraft von Sonne, Wind und Mist

Von Ulrike Otto 

Die Energiewende ist das Jahresmotto der Lokalen Agenda 21. Der Energiekreis will mit Vorträgen, Besichtigungen und Beratungen einen konkreten Beitrag leisten. Der Vorsitzende Rüdiger Beising sieht im LKZ-Gespräch an vielen Stellen Nachholbedarf.

Der Energiekreis möchte eine siebte Bürger-Fotovoltaikanlage errichten. Foto: dpa
Der Energiekreis möchte eine siebte Bürger-Fotovoltaikanlage errichten. Foto: dpa
Leonberg – - Fair-Trade-Stadt, Rad-Stadt und nun Energiewende – das diesjährige Jahresmotto der Lokalen Agenda 21 hat der Energiekreis bestimmt. Dessen Vorsitzer, der SPD-Gemeinderat Rüdiger Beising, sieht diesbezüglich noch viel Nachholbedarf in der Stadt, etwa bei den Schulen, die in den 60er-Jahren gebaut wurden, aber auch bei vielen Privathäusern.   
Herr Beising, ist das Thema Energiewende nicht schon ausgelutscht?
Schon, aber wenn wir die Energiewende schaffen wollen, muss noch extrem viel getan werden. Die Energiewende braucht neuen Schwung, sie ist im vergangenen Jahr durch politische Unsicherheiten und verstärkt durch manche Medienberichte ins Stocken geraten. Baden-Württemberg liegt derzeit bei elf bis zwölf Prozent Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch. Dabei hat die Landesregierung das Ziel 50-80-90 bis zum Jahr 2050 ausgegeben: den Energieverbrauch um 50 Prozent zu senken, den Anteil erneuerbarer Energien auf 80 Prozent zu erhöhen und dabei 90 Prozent weniger Treibhausgase zu produzieren im Vergleich zu 1990. Die Ziele der Bundesregierung sind ähnlich, das ist also keine Spezialität der grün-roten Landesregierung. Aber das ist noch ein weiter Weg bis dahin.
  
Wo muss in Leonberg noch besonders viel getan werden?
Die meisten Gebäude, die neu entstehen, werden gleich als Niedrig- oder Null-Energie-Häuser gebaut. Auch bei an den meisten öffentlichen Gebäuden wurde schon viel gemacht. Das Problem sind die alten Privathäuser. Mit der richtigen Wärmedämmung kann viel erreicht werden, allerdings dauert es recht lange, bis sich die Investitionen amortisieren. Deswegen raten wir in unseren Sprechstunden auch immer, dann zu investieren, wenn die Besitzer ohnehin etwas am Gebäude machen lassen wollen. Dann spart man sich einmal die Kosten für Gerüst und Verputzen beispielsweise. Aber auch mit kleinen Maßnahmen wie einer neuen Heizung oder besser isolierten Fenstern kann man etwas erreichen. So etwas wird auch gefördert.
  
Stichwort öffentliche Gebäude: Da ist ja nicht überall eitel Sonnenschein. Wo besteht der meiste Nachholbedarf?
Der Energieverbrauch der öffentlichen Gebäude ist laut Energiebericht der Stadt von 1991 bis 2013 um 41,7 Prozent gesunken. Viele Schulen sind schon saniert und wärmegedämmt. Die neue Dreifachverglasung im Atrium der Gerhart-Hauptmann-Realschule beispielsweise, da merkt man den Unterschied deutlich. Aber es gibt noch eine Reihe von Schulgebäuden und Kindertagesstätten, die zu sanieren sind. Vieles wurde in den 60er-Jahren gebaut und die Sanierungen sind absolut notwendig. Da besteht immer noch Riesennachholbedarf.