Leonberg Motorengeheul zum großen Jubiläum

Von Ulrike Otto 

Fahrendes Automobilmuseum: Zum 80. Geburtstag der Rennstrecke erwarten die Veranstalter des Solitude-Revivals mehr als 350 historische Fahrzeuge aus allen Abschnitten der Rennsportgeschichte.

Das „fahrende Automobilmuseum“ ist von Freitag an auf dem Solitude-Ring unterwegs. Foto: factum/Archiv
Das „fahrende Automobilmuseum“ ist von Freitag an auf dem Solitude-Ring unterwegs. Foto: factum/Archiv

Leonberg - Ein Hauch von Geschichte weht am Wochenende durch das Mahdental. Vermischt mit dem Geruch von Motorenöl und Rennabgasen, begleitet von Motorengeheul und Zuschauerjubel. 350 historische Rennfahrzeuge, von Motorrädern über Gespanne, über neue und alte Formel-1-Boliden bis hin zu Le-Mans-Gewinnern, sind am Wochenende auf der ehemaligen Solitude-Rennstrecke unterwegs. Der 1935 eröffnete Rundkurs durch das Mahdental und hoch zum Frauenkreuz feiert in diesem Jahr quasi seinen 80. Geburtstag. Nach dem ersten Solitude-Rennen 1903, das damals am Stuttgarter Westbahnhof begann, rollten 1965 zum letzten Mal Motorräder, Sportwagen und Formel-2-Wagen über die Strecke.

Auf viele dieser noch gar nicht eingerosteten Oldtimer dürfen sich die Zuschauer an den drei Revival-Tagen freuen. Bereits am Freitag können Zuschauer einen ersten Blick auf die Gefährte werfen, die zwischen 14 und 19 Uhr auf dem Gelände rund um den ehemaligen Start- und Zielturm am Glemseck präsentiert werden. Der Samstag und Sonntag sind dann den Präsentationsläufen vorbehalten.

Rennkurs ist fast noch die Original-Strecke

Das „fahrende Automobilmuseum“ startet am Glemseck und bewegt sich dann die steile Steigung hinauf zum Frauenkreuz bei Warmbronn. Unter der Autobahn hindurch biegt der Rundkurs am Dreispitz ab und fährt in Richtung Katzenbacher Hof und Stuttgart-Büsnau. Am Schattengrund geht es zurück auf die Mahdentalstraße in Richtung Glemseck. Mit Ausnahme einer kleinen Abweichung nahe der Autobahn ist dies der letzte Solitude-Rennkurs, der 30 Jahre lang von 1935 bis 1965 gefahren wurde. Er wird seit dem Revival 2011 gefahren und ist 11,7 Kilometer lang.

Doch nicht nur auf der Strecke wird den Zuschauern Fahrzeug-Historie geboten. Auf dem Veranstaltungsgelände am Glemseck sind viele Marken und Hersteller von Renn- und Sportwagen sowie Motorrädern vertreten, außerdem auch Automobilveredler und Zubehör-Spezialisten.

Ein Heimspiel auf dem Solitude-Ring etwa feiert Porsche. So sind einige Ausstellungsstücke aus dem Porsche-Museum am Glemseck zu sehen, darunter auch Rennwagen. Doch nicht nur die vierrädrigen Teilnehmer sind beim Revival gefragt. Auch die Legenden hinter dem Steuer geben sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand. So dürfen die Rennlegenden Hans Herrmann (Sieger in Le Mans 1970), Kurt Ahrens, David Piper, Rudi Lins und Eberhard Mahle noch einmal Gas geben. Aber ebenso aktuelle Porsche-Werksfahrer wie Michael Christensen, Marc Lieb und Timo Bernhard. Letzterer fuhr dieses Jahr im 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf Rang zwei. Fans dürfen sich auch auf Autogrammstunden freuen und zwar am Samstag von 15 bis 16 Uhr sowie am Sonntag von 11 bis 12 Uhr, jeweils im Fahrerlager.




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