Leonberg/Schönaich Laser-Angriff auf den Rettungshubschrauber

Ein Laserpointer wurde auf den Rettungshubschrauber  „Christoph 41“ gerichtet. Foto: 7aktuell.de/Mansch
Ein Laserpointer wurde auf den Rettungshubschrauber „Christoph 41“ gerichtet. Foto: 7aktuell.de/Mansch

Attacke auf „Christoph 41“ mit Laser-Pointer aus Wohngebiet.

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Leonberg/Schönaich - Das ist kein Dummer-Jungen-Streich“, sagt Peter Huber. Der Vorstand der DRF-Luftrettung bezieht sich auf einen Angriff mittels eines Laserpointers auf den Rettungshubschrauber „Christoph 41“ am frühen Montagabend. Gegen 17.15 Uhr ist aus einem Wohngebiet in Schönaich zwei Mal ein grüner Laser-Strahl auf den Hubschrauber gerichtet worden. Der Pilot wurde zum Glück nicht geblendet, berichtete die DRF gestern. Die dreiköpfige Besatzung konnte nach eigenen Angaben das Haus ausmachen, aus dem der Laser kam. Laut Polizei handelt es sich dabei um die Kimbernstraße. Die DRF habe die Polizei sofort verständigt. Doch als die Beamten dort eintrafen, sei niemand angetroffen worden. Die Kriminalpolizei in Böblingen hat die Ermittlungen aufgenommen, der Vorwurf lautet: gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr.

Blendung kann kurzzeitig zu Blindheit führen

„Solche Blendungen können zu kurzfristiger Ablenkung und vorübergehender Blindheit bis hin zu schweren Augenschäden führen. Während des Fluges birgt das erhebliche Unfallrisiken“, erklärt Peter Huber, der Vorstand der DRF. „Am Montag ist Gott sei Dank nichts passiert, dennoch appellieren wir an die Bevölkerung, unsere Hubschrauberbesatzungen nicht mit Laserpointern zu gefährden.“ Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, welches auch für den Kreis Böblingen zuständig ist, kommen solche Angriffe auf Hubschrauber nur sehr selten vor. Die DRF selbst verzeichnet aber immer wieder solche Attacken, und das bundesweit. Die gemeinnützige Hilfsorganisation ist mit ihren Hubschraubern von 29 Stationen aus zu über 36 000 Einsätzen pro Jahr unterwegs.

Auf dem Rückweg vom Einsatz

Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang fliegt „Christoph 41“ normalerweise. Am Montag hatte die Besatzung einen Notfallpatienten in das Universitätsklinikum Tübingen transportiert und war gerade auf dem Rückflug zur Wache am Leonberger Krankenhaus, als der Angriff passierte. Zu rund 1100 Einsätzen pro Jahr wird „Christoph 41“ gerufen, um Notfallpatienten zu retten und dringende Patiententransporte zwischen Kliniken durchzuführen.

„Christoph 41“ wird in Stuttgart und in den Landkreisen Böblingen, Rems-Murr, Schwäbisch-Hall, Heilbronn, Göppingen, Ludwigsburg, Pforzheim, Calw, Tübingen, Reutlingen und Esslingen angefordert. Das entspricht einer Reichweite von rund 75 Kilometern. Er bringt in kürzester Zeit die 15 Notärzte, die abwechselnd in der Station Leonberg Dienst machen, dorthin, wo sich Menschen in einer Notsituation befinden.

In Baden-Württemberg fliegen sechs weitere DRF-Hubschrauber von Freiburg, Friedrichshafen, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Villingen-Schwenningen aus. Zusammen starteten sie im vergangenen Jahr zu 9262 Einsätzen.




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