Leonberg Sechs Tröten machen richtig Stimmung

Von Ute Jenschur 

Der Schalmeienzug der Freiwilligen Feuerwehr feiert Herbstfest. Mitspieler herzlich willkommen.

Marlies Grau Foto: Ute Jenschur
Marlies Grau Foto: Ute Jenschur

Leonberg - So eine Schalmei hat sechs Tröten, jedes der metallenen Rohre steht für einen Ton. Durch verschiedene Grifftechniken kommen insgesamt acht Töne aus dem Musikinstrument. Wie kann man damit ein Lied spielen?

„Das funktioniert gut in der Gruppe, denn es gibt vier unterschiedliche Schalmeien für unterschiedliche Stimmen“. Marlies Grau spielt selbst Tenor und lernt gerade Bariton. „Dann bin ich bei Auf­tritten des Schalmeienzugs der Feuerwehr als Springer vielseitiger einsetzbar“. Beide Instrumente unterscheiden sich auch ­äußerlich deutlich. Beim Tenor gehen die Tröten nach vorne, beim Bariton-Musikgerät zeigen sie zur Decke.

Klingt komplizierter als es ist

Außerdem gibt es noch Schalmeien für Alt und für Akkord. „Klingt kompliziert, ist aber recht leicht zu erlernen“, erzählt Marlies Grau. Es gibt nur acht Griffe für jede Schalmei und sie ist deutlich leichter zu blasen als beispielsweise eine Trompete. „Selbst wer noch keine Noten lesen kann, lernt das schnell. Voraussetzung ist nur ein wenig Fingerfertigkeit. Der Ton wird über Stimm-Zungen aus Metall erzeugt, die am unteren Ende jedes Schalltrichters befestigt sind, also nicht mit den Lippen“, erklärt Marlies Grau.

Die Stimm-Zungen werden über das Mundstück, das in das Mundrohr übergeht angeblasen. Dabei wird der Luftstrom über einen Ventilmechanismus in den jeweiligen Schalltrichter geleitet. Marlies Grau ist seit zehn Jahren bei der Gruppe dabei. Als sie nach ihrem Studium wieder nach Leonberg zurückkam, ist sie per Zufall auf die etwas schräg klingenden Instrumente gestoßen. „Ich habe den Schalmeienzug in einem der Altstadtkeller spielen gehört. Ich fand die Musik gut und bin einfach einmal zu einer Probe gegangen.“ Mittlerweile engagiert sie sich sehr stark im Verein, anfangs als Schriftführerin und seit einem Jahr als stellvertretende Abteilungsleiterin. Das bedeutet neben der Musik auch Verwaltungsarbeit. „Das liegt mir, das macht mir fast genauso viel Spaß wie die Schalmei zu spielen“.

Schlager, Klassiker und Ohrwürmer

Im Repertoire sind klassische Feuerwehrmärsche, aber auch aktuelle Schlager und Ohrwürmer wie Hullabaloo oder Cordula Grün. „Das ist eine Mischung, die mir gleich gefallen hat.“ Der Schalmeienzug ist eine Abteilung der Feuerwehr Leonberg und der einzige Schalmeienzug im Feuerwehrverband in Westdeutschland. Auch wenn sie zur Feuerwehr gehören, zu Löscheinsätzen müssen die Musiker nicht, außer sie sind in der Einsatzabteilung aktiv, das sind derzeit nur drei der 26 Musiker im Alter ab 20 Jahren. Die Schalmeien gibt es seit 1993, zuvor gab es von 1953 an einen Feuerwehrmusikzug in Leonberg.

Die Schalmeien spielen etwa 25 Mal im Jahr bei Feuerwehrfesten, in der Fasnet und man kann sie für Geburtstage oder andere Veranstaltungen buchen. Da sind sie breit aufgestellt. Ihr Repertoire reicht für zwei Stunden Spielzeit. Bei ihrem eigenen Herbstfest am Wochenende haben sie jedoch nur etwa 20 Minuten gespielt. „Mehr geht an diesem Tag leider nicht, da alle aktiven Musiker auch in der Küche und beim Bedienen helfen müssen“.

Viel Arbeit beim Herbstfest

Auch im Vorfeld des Herbstfestes gab es für die Aktiven einiges zu tun, Maul­taschen und Kartoffelsalat werden selbst gemacht. Neu war der Schalmeienteller, für jene Gäste, die sich nicht für ein Gericht entscheiden konnten. Darauf war das Beste von allem: Kesselfleisch, Salzfleisch, Maultasche und Kartoffelsalat.




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