Leonberg Sie hat den Stoff, aus dem die Träume sind

Von Thomas K. Slotwinski 

Stefanie Leiss mag es fantasievoll: Zabawunda heißt ihr erster Kinder- und Jugendroman.

Stefanie Leiss aus Leonberg lässt im Traumland ihren Helden Tobi viele Abenteuer bestehen. Foto: factum/Bach
Stefanie Leiss aus Leonberg lässt im Traumland ihren Helden Tobi viele Abenteuer bestehen. Foto: factum/Bach

Leonberg - Es gibt Menschen, denen reichen die Grenzen des Alltags nicht aus. Die gehen lieber auf Reisen in die Welt der Fantasie. Stefanie Leiss macht das nicht nur in ihrem Kopf. Sie schreibt ihre Gedanken auf. Herausgekommen ist ein Kinder- und Jugendroman: „Zabawunda und das Geheimnis der Träume.“

Zabawunda ist ein Zauberland, in dem der zwölfjährige Tobi jede Nacht in seinen Träumen unterwegs ist. Dass der gutherzige Junge einige Abenteuer zu bestehen hat und am Ende als Retter dasteht, sei an dieser Stelle schon mal verraten. Doch wer sich von Tobis Erlebnissen in Zabawunda richtig fesseln lassen will, dem sei die Lektüre des Buches dringend empfohlen.

Vom Rheinland nach Schwaben

„Ich war immer eine Lesefrau“, erzählt die heute 49-Jährige. In der Schule habe ich Aufsätze verfasst und mein Tagebuch geführt. Den Wunsch, richtig zu schreiben, hatte ich schon damals.“

Doch zunächst schreibt ihr Leben andere Geschichten: Ihre Familie lebt westlich von Köln, in jener Region, die heute durch den Hambacher Forst eine zweifelhafte Bekanntheit erlangt hat. Als Stefanie neun Jahre alt ist, zieht es den Vater aus beruflichen Gründen ins Ländle. Die Familie folgt und lebt zunächst in Zuffenhausen, dann in Ditzingen. 1985 lassen sie sich in Leonberg nieder.

In der neuen Heimat macht Stefanie Leiss eine Ausbildung und arbeitet als Bürokauffrau. Doch der Job an Schreibtisch und Telefon reicht ihr nicht. Die diversen Gebrechen, die sie bei ihren Familienmitgliedern feststellt, wecken ihr Interesse für alternative Heilmethoden: „Ich wollte wissen, was es jenseits der Schulmedizin gibt.“

Fasziniert von Reiki

Und sie stößt auf unterschiedliche Felder. Stefanie Leiss lässt sich in Familienaufstellung ausbilden. Das ist ein Verfahren, mit der Probleme innerhalb der Familie erkannt und geheilt werden können. Besonders fasziniert ist die Wahl-Leonbergerin von Reiki, jener fernöstlichen Heilmethode, bei der Energie durch Handauflegen übertragen werden soll. „Ein Markt ist dafür da“, hat Stefanie Leiss festgestellt. „Man kann Blockaden lösen.“ Gleichwohl betont sie, dass die klassische Medizin dadurch nicht ersetzt werden kann.

Ein kontinuierlicher Verdienst ist in dieser Branche nur schwer möglich. Als dann noch vor 17 Jahren ihr Sohn Etienne auf die Welt kommt, geht Stefanie Leiss wieder ins Büro. Dem Schreiben und Lesen gilt aber nach wie vor ihre Liebe. Sie schreibt nach Feierabend oder in der Nacht. „Mir war sehr früh klar, dass es ein Kinderbuch sein wird“, erzählt sie. „Eben weil hier der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.“ Einfälle hat die Autorin immer und überall. „Deshalb habe ich stets einen kleinen Block dabei, damit die Ideen nicht wieder in Vergessenheit geraten.“

Sehr viel schwieriger als das Schreiben ist die Vermarktung: „Wer nicht bekannt ist, hat es ganz schwer, zumal Lesen nicht mehr zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Menschen zählt“, weiß sie.

Glück mit dem Verlag

Doch die Leonbergerin mit rheinischen Wurzeln hat Glück: Sie gerät an den Tredition-Verlag. Die Hamburger Profis kümmern sich um die Vermarktung und die Platzierung der Romane im Handel und im Netz. Ansonsten haben die Autoren aber große kreative Freiheiten. So wurde das Titelbild von Zabawunda, nicht wie sonst üblich vom Verlag vorgegeben. Die Stieftochter von Stefanie Leiss hat die Zeichnung vom roten Drachen entworfen. Auch ihren Lektor konnte die Autorin selbst bestimmen: Es ist ein guter Freund.

Das Interesse an Tobis Abenteuern im Zauberland ist groß. Mit Lesungen in Leonberg will Stefanie Leiss ihren Kinder- und Jugendroman noch bekannter machen.

Wobei sie geistig schon bei ihrem nächsten Buch ist. Der Text orientiert sich wesentlich mehr an der Wirklichkeit und beschreibt mit Augenzwinkern ihre familiären Erlebnisse. Der Buchtitel liegt da nahe: „Eine herrlich verrückte Familie.“




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