Leonberg „Sonst kriegen Sie den nicht mehr los“

Von Thomas K. Slotwinski 

In der Diskussion um die Altstadt-Tiefgarage weist der Erste Bürgermeister Ulrich Vonderheid einen Mitarbeiter an, einem Fragesteller nicht erneut zu antworten.

In der Altstadt-Tiefgarage sind auch Dauerparkplätze zu haben. Foto: factum/Weise
In der Altstadt-Tiefgarage sind auch Dauerparkplätze zu haben. Foto: factum/Weise

Leonberg - Kurt Ebert hatte bereits regen E-Mail-Kontakt mit den Stadtwerken. Doch mit dieser Nachricht hatte er wohl kaum gerechnet: „Auf diese Mail nicht mehr antworten. Sonst kriegen Sie den nicht mehr los.“

Der eigentliche Adressat dieser Anweisung war allerdings nicht der Geschäftsmann aus der Altstadt, sondern ein Mitarbeiter der Stadtwerke. Doch der Absender hatte aus Versehen auf einen falschen Knopf gedrückt. Und so hatte Kurt Ebert schwarz auf weiß, wie in der Führungsetage der Stadtwerke über seine Anliegen gedacht wird. Denn der Urheber der „Nicht mehr antworten“-Mail war Ulrich Vonderheid, seines Zeichens Erster Bürgermeister und Geschäftsführer der Stadtwerke.

Ebert hingegen hält seine Anliegen für mehr als gerechtfertigt. „Ich hatte bei der Südpark, der früheren Betreiberin der Tiefgarage, zwei Dauerstellplätze gemietet“, berichtet er unserer Zeitung. „Dann wurde mir einfach mitgeteilt, dass mit dem Betreiberwechsel der alte Mietvertrag erloschen wäre. Sonst nichts.“ Erst auf Nachfrage sei ihm gesagt worden, dass er ja künftig Monatstickets am Automaten ziehen könne. Die aber seien ein Viertel teurer als sein bisheriger Tarif und kosten 80 Euro.

„Ich stehe zu der Mail“

Ebert schickte eine weitere Mail an die Stadtwerke, in der er den Betreiberwechsel hinterfragte und sich nach den rechtlichen Grundlagen für die Preiserhöhung erkundigte. Was folgte war die „Nicht antworten“-Mail des Ersten Bürgermeisters.

„Ich stehe zu dieser Mail“, erklärt Ulrich Vonderheid auf LKZ-Anfrage. „Hier handelt es sich um jemanden, der so detaillierte Fragen gestellt hat, die es in dieser Form nicht einmal im Gemeinderat gibt.“

Obwohl ihm geantwortet worden sei, habe Ebert weitere Fragen gestellt. Dieser Wissensdurst scheint dem Ersten Bürgermeister nicht angemessen: „Wenn der Bürger eine Antwort bekommt, muss es gut sein. Wir haben Besseres zu tun, als solche Brieffreundschaften zu pflegen. Da muss ich meine Mitarbeiter vor schützen.“

Künftige Dauermieter, so versichert Vonderheid, müssten sich allerdings kein Monatsticket am Automaten holen. „Wer einen langfristigen Mietvertrag mit uns abschließen will, soll sich bitte melden.“

Gerne hätten die Stadtwerke den Kundenbestand der Südpark eins zu eins übernommen und zu den gleichen Bedingungen weitergeführt, erklärt Vonderheid. „Doch das wollte Südpark nicht“, sagt der Bürgermeister. Daher müsse man neu aufsetzen.