Leonberg Steht der Baum in Flammen, hilft nur noch 112

Von Arnold Einholz 

Die Feuerwehr führt in einem Container vor, wie der Brand eines Christbaums verläuft.

Binnen Sekunden  steht selbst ein noch frisch geschlagener Nadelbaum  in Flammen –   und die greifen schnell um sich. Foto: factum/Bach
Binnen Sekunden steht selbst ein noch frisch geschlagener Nadelbaum in Flammen – und die greifen schnell um sich. Foto: factum/Bach

Leonberg - Advent, Advent, ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – und dann der Christbaum hinter dir!“ Diese bösartige Abwandlung des bekannten Kinderreims ist leider für die Feuerwehr jedes Jahr eine triste Realität. Deshalb hat die Feuerwehr Leonberg in ihrem Container für Brandvorführungen gezeigt, was geschieht, wenn ein Christbaum in Flammen aufgeht.

Anfangs scheint es so, als ob der frisch geschlagene Nadelbaum noch den ersten Kerzenflammen trotzen kann. Doch als das Feuer auf das Verpackungspapier der Geschenke übergreift, brennt in wenigen Sekunden der gesamte Baum lichterloh.

Es dauert nicht lange und das benachbarte Kunstledersofa sowie der Teppichboden stehen in Flammen. Der Rauch wird immer schwärzer. „Jetzt ist er richtig giftig und lebensgefährlich“, sagt Christian Metz. Der Gruppenführer bei der Feuerwehr ist der eigentliche Verantwortliche für diesen „Zimmerbrand“.

Baum brennt „explosionsartig“

Doch Christian Metz und seine Kameraden wissen, dass das, was schon in dem Container für Brandvorführungen äußerst bedrohlich aussieht, in Wirklichkeit noch drastischer abläuft. „Steht der Baum in einer warmen Wohnung, ist er in kurzer Zeit so trocken, dass er explosionsartig brennt“, weiß Metz. Die enorme Hitze setze alles in der Umgebung in Brand, was große Mengen an Rauch erzeugt. „Und das spielt sich in dem kleinen geschlossenen Raum einer Wohnung ab“, gibt der Fachmann zu bedenken.

Steht ein Eimer Wasser oder ein Feuerlöscher bereit, sollte man nur dann versuchen die Flammen zu lösen, wenn man sich nicht selbst gefährdet. „Ansonsten heißt es, mit allen Familienmitgliedern umgehend die Wohnung zu verlassen, die Tür zu schließen und die Feuerwehr zu rufen“, sagt Metz. „Brandrauch ist giftig und in den meisten Fällen die Todesursache und nicht Verbrennungen“, weiß die Feuerwehr.

Christian Metz ist bei der Leonberger Wehr zuständig für die Betreuung des Containers für Brandvorführungen. Den hat die Feuerwehr Leonberg 2011 anlässlich ihres 150-jährigen Jubiläums gespendet bekommen. Der großzügige Förderer war die Firma Modellbau Kurz, die seinerzeit ihren Sitz in Höfingen hatte, aber nun nach Gerlingen umgezogen ist.

„Einen solchen Container haben nicht viele Feuerwehren im Land“, erklärt der Leonberger Gesamtkommandant Wolfgang Zimmermann. Deshalb sei man bei anderen Feuerwehren gern gesehene Gäste, um Brände zu simulieren. „Das kann bis zu 30-mal im Jahr der Fall sein“, so Metz.

Zu zeigen, wie gefährlich der Brand eines Christbaumes sein kann, ist der Leonberger Feuerwehr besonders wichtig, nachdem es Anfang 2015 zu dem tragischen Vorfall gekommen war, bei dem eine Seniorin ums Leben kam. Auch hier hatte ein kurz unbeaufsichtigter Christbaum mit brennenden Wachskerzen den verheerenden Brand verursacht.

Tipps der Profis:

Für alle, die auf echte Kerzen am Weihnachtsbaum nicht verzichten wollen, hat Christian Metz einige Tipps: Den Weihnachtsbaum erst kurz vor dem Fest kaufen und möglichst im Freien aufbewahren. Auf ausreichenden Sicherheitsabstand zu Vorhängen und Gardinen achten. Wachskerzen so befestigen, dass andere Zweige nicht Feuer fangen können. Kerzenhalter aus feuerfestem Material verwenden. Die Kerzen sollten von oben nach unten angezündet und in umgekehrter Reihenfolge gelöscht werden. Ein Eimer Wasser als Löschmittel bereitzustellen, kann hilfreich sein. Zudem sollten brennende Kerzen nie unbeaufsichtigt gelassen werden, was auch für die Kinder gilt. Vor denen sollten Streichhölzer und Feuerzeuge an einem sicheren Platz auf bewahrt werden. Wenn sie Kerzen anzünden, sollten Kinder das nur unter der Anleitung von Erwachsenen tun.




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