Leonberg Trotz Starkregen: Gärtner tränken Blumenbeete

Von Ulrike Otto 

Offensichtlich unsinnige Gießaktion löst Kopfschütteln bei Anwohner aus.

Nur einem Tag nach dem Jahrhundertregen rückt die Gärtnerfirma zum Gießen an. Foto: dpa
Nur einem Tag nach dem Jahrhundertregen rückt die Gärtnerfirma zum Gießen an. Foto: dpa

Leonberg - Es klingt schon sehr nach einem schlechten Scherz. Oder einem Schildbürgerstreich. „Immer wieder wird in Leonberg über die Geldnot geklagt. Allerdings kann die Not doch nicht so groß sein, denn wie ich soeben beobachten kann, werden im Ezach III gerade fleißig die Rabatten durch eine externe Firma gegossen. Direkt einen Tag nach einem starken Gewitter mit voll gelaufenen Kellern!“, schreibt LKZ-Leser Rainer Selig der Redaktion und kann es nicht fassen.

„Bestimmt sind das nur die berühmten ‚Peanuts’, aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Vielleicht sollte die Stadt auch hier einmal ein Zeichen setzen und die Geldverschwendung auch im Kleinen stoppen“, empört sich der Leonberger über den Gießeinsatz, der einen Tag nach dem „Jahrhundertregen“ tatsächlich unnötig erscheint.

Firma kommt aus Bietigheim

Das sieht die Stadtverwaltung in der Tat ebenso, hat aber eine Erklärung für Bewässerungsarbeiten. „Die beauftragte Firma kommt aus Bietigheim“, teilt die Stadtsprecherin Undine Thiel auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Und dort habe es eben am Sonntag keinen Jahrhundertregen gegeben. Deshalb sah vermutlich bei dem Bietigheimer Betrieb niemand einen Anlass, den Gießeinsatz zu verschieben. „Die Termine für die Pflegearbeiten werden nicht bei uns angemeldet“, fügt Thiel hinzu. Zumal solche Firmen viele Gebiete betreuten und diese Arbeiten längerfristig planten.

Die betroffene Firma hat bereits die Grünanlagen im Neubaugebiet Ezach III angelegt. Ausgeschrieben ist diese Aufgabe als Jahresaktion, immerhin geht es dabei um Bepflanzungen. „Bei einer Erschließung, wo dann auch erstmals Grün angelegt wird, wird immer durch die Firma, die gepflanzt hat, auch die drei Jahre dauernde Pflege mit ausgeschrieben“, erläutert die Stadtsprecherin. Verbunden mit dem ausgeschriebenen Auftrag, für den die Stadt eine Pauschale zahlt, ist eine definierte Anzahl von Pflegegängen im Jahr. Dazu gehört eben auch das Gießen der Beete und jungen Bäume. „Unsere Fachleute vom Sachgebiet Grün sind übrigens davon überzeugt, dass das heutige Gießen dort kein Problem darstellt für die Vegetation“, fügt Undine Thiel hinzu. „Gerade die Bäume freuen sich über jeden Tropfen Wasser, vor allem im Sommer.“ Über den hätten sie sich ein paar Tage später aber sicher noch mehr gefreut.