Leonberg Unter der Blume tanzen sie bis in den Morgen

Von Hans Jörg Ernst 

1500 Gäste feiern bei der schon legendären Boa-Party im fantasievoll geschmückten Leo-Center.

Freunde treffen, Cocktails schlürfen und tanzen, bis die Füße weh tun: Auch in diesem Jahr ist die Stimmung bei der Boa-Party im Leo-Center sensationell. Foto: factum/Granville 14 Bilder
Freunde treffen, Cocktails schlürfen und tanzen, bis die Füße weh tun: Auch in diesem Jahr ist die Stimmung bei der Boa-Party im Leo-Center sensationell. Foto: factum/Granville

Leonberg - Am Sonntagmorgen ist Klaus-Peter Regler schon recht früh auf den Beinen. Viel geschlafen hat der Leo-Center-Chef nicht. Dann erzählt er von der Party in der vergangenen Nacht: „Ich fand’ es super. Die Stimmung war toll, locker und ausgelassen. Nette Leute, die sich auch benehmen konnten. Und das Center sah nach der Party auch noch gut aus.“ Für den neuen Centermanager war es die erste „Boa meets Leo“-Party. Zum siebten Mal hat der Stuttgarter Kultclub Boa am Samstagabend in der Leonberger Einkaufsmall eine riesen Tanzparty gefeiert. 1500 Gäste aus Leonberg, Gerlingen, Böblingen, dem nahen Schwarzwald, dem Heckengäu und sogar aus Stuttgart waren da, um bis in die frühen Morgenstunden zu feiern und ausgelassen zu tanzen.

Erinnerungen an die Jugend

Kurz bevor die Party steigt, warten vor dem Leo-Center schon die ersten Gäste. Überall stehen kleine Gruppen. Mittendrin auch Anja, Uli und Thilo aus Gerlingen. „Klar geht’s auf die Tanzfläche“, meinen die drei. Wie alt sie sind? „Noch unter 50“, sagt Anja und lacht. „Nicht alle“, gesteht Thilo. Die drei sind das erste Mal beim Tanzevent im Leo-Center. Warum sie da sind? „Boa-Nostalgie“, sagt Uli. Die Stuttgarter Discothek kennt er von früher. Das letzte Mal Disco liegt aber schon etwas zurück. „Oh je – das ist bestimmt 25 Jahre her“, sagt Anja. Unweit des Trios steht eine Gruppe junger Männer. Alle 18 Jahre alt, erzählen sie. Und Flüchtlinge aus Syrien. Vor zwei Jahren sind sie nach Leonberg gekommen. „Natürlich“, waren Mohi, Firas, Mazen und Salah in Syrien auch in der Disco. In Deutschland noch nicht. In Leonberg gibt es keine. „Wir haben gehört, dass es hier eine große Party gibt“, sagt Firas. Tanzen? „Mal sehen. Vielleicht“, sagen sie und freuen sich.

Endlich gehen die Türen des Einkaufszentrums auf. „Wir haben die Freigabe der Feuerwehr, wir dürfen jetzt öffnen“, ruft Center-Chef Regler. Etliche Helfer – vom Sicherheitsdienst bis zu den Frauen, die sich um saubere Toiletten kümmern – sind für das Leonberger Partyhighlight im Einsatz. Löschmeister Florian Unger, Oberfeuerwehrfrau Elena Manghard und die sechs DRK-Helfer bleiben in dieser Nacht aber glücklicherweise „arbeitslos“. Alles läuft gut, wie schon in den vergangenen Jahren.

Die Geschäfte sind geschlossen. Das Leo-Center liegt im Halbdunkel. Überall Menschen an Stehtischen, mit Bier, Prosecco, Cocktails oder Alkoholfreiem in der Hand, von jung bis ins reife Mittelalter. Bunte Lichter huschen über den Boden. Der Rhythmus der Musik wird schneller. Immer mehr Leute stehen neben der Tanzfläche, die im Erdgeschoss des Centers zwischen zwei Bars aufgebaut ist. Die Bässe vibrieren in der Brust. „Hallo Leonberg! Wir freuen uns, dass wir hier wieder eine Party machen können bis morgen früh um vier“, ruft Werner „Sloggi“ Find, der Besitzer des Stuttgarter Kultclubs Boa ins Mikrofon. Jetzt hält es niemanden mehr ruhig an seinem Platz. Binnen weniger Minuten ist die Tanzfläche voll.

Night-Fever-Party vor sieben Jahren

Doch wie kamen Boa und Center zusammen? „Es gab schon früher im Leo-Center die Partynacht mit Kapellen“, erzählt Boa-Besitzer Find. Leute vom Center seien in der Boa gewesen und man sei ins Gespräch gekommen. „Dann haben wir hier die erste Leo-Night-Fever-Party gemacht. Das war vor sieben Jahren“, erinnert er sich.

Während Silke, Elke und Michaela noch im ruhigen Obergeschoss der Einkaufsmall auf das Party-Volk und die grell leuchtenden Plastikpalmen hinunterschauen, ist DJ Nikos am Mischpult in seinem Element. Der DJ der Boa ist zum fünften Mal im Center. „Es gibt ein gemischtes Musikprogramm, von den 70ern bis zu den aktuellen Hits. So wie die Leute drauf sind, so kommt auch die Musik“, sagt Nikos. Nebelschwaden fluten die Tanzfläche, die beinahe überquillt von Menschen, die sich zur Musik bewegen.