Umzug beim Pferdemarkt 2024: Die „MS Leonberg II“ schiebt sich auf den Marktplatz. Foto: Simon Granville
Die Versteigerung des Leonberger Umzugswagens blieb erfolglos. Trotz mehr als 13 000 Aufrufen fand sich kein Käufer für die MS Leonberg II. Die Stadt prüft nun weitere Optionen.
Der erste Versuch brachte keinen Erfolg: Bei der Versteigerung des Leonberger Schiff-Umzugswagens hat sich kein Käufer gefunden. Die Stadtverwaltung hatte den Wagen auf der Online-Plattform www.zoll-auktion.de eingestellt, mit einem Startgebot von 12 110 Euro. Das Angebot endete bereits am vergangenen Donnerstagmorgen um 6 Uhr – nach insgesamt einer Woche mit deutlich mehr als 13 000 Ansichten – ohne Bieter.
Zukunft des Leonberger Festwagens
Wie geht’s jetzt weiter? „Wir prüfen gerade die Möglichkeiten“, antwortet Stadtpressesprecherin Leila Fendrich auf eine Anfrage dieser Zeitung. Mehr könne sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. Der Wagen, der beim großen Festumzug zum Pferdemarkt im Februar 2024 zum Einsatz gekommen war, lagert somit weiter in einer Halle jenseits der Stadtgrenzen. Damals wurden rund 30 000 Menschen Zeuge, wie sich der Koloss mit dem Namen MS Leonberg II durch die Straßen der Innenstadt bis auf den Marktplatz in der Altstadt schob.
An Bord hatte er Schülerinnen und Schüler, die sich mit besonderem Engagement für einen Platz an Bord empfohlen hatten. Auf dem Marktplatz scherte das Schiff schließlich aus dem Zug aus, nahm Parkposition ein – und die Besatzung wechselte. Statt Jugendlichen durfte nun die lokalpolitische Prominenz über die Reling linsen und dem Volke zuwinken.
Blick vom Schiff: OB Martin Georg Cohn steht an der Reling. Foto: Simon Granville
Als Länge des zu ersteigernden Wagens gibt die Stadt 15,30 Meter an, als Breite 3,30 Meter, als Höhe zwischen 4,05 und 5,70 Meter. Die Schornsteine müssen die Selbstabholer – und ausschließlich an solche richtet sich die Auktion – für den Transport abmontieren. Schon beim Kauf hatte die Leonberger Delegation das Schiff teilweise zerlegen und es über Landstraßen in seinen neuen Heimathafen schleppen müssen.
Erbaut hatte den Wagen eine Faschingsgruppierung aus Niederissigheim, einem Teilort des hessischen Bruchköbel: die „Issgemer Buben“. Nach einigen Verhandlungen überwies die Stadt 11000 Euro aus dem Etat des Amtes für Kultur und Sport. Wenig amüsiert zeigte sich der Gemeinderat von der Aktion, war er von Oberbürgermeister Martin Georg Cohn vorab nicht über die Anschaffung in Kenntnis gesetzt worden. Formal war das allerdings auch nicht notwendig gewesen. Beim Umzug selbst zeigten sich die Besucherinnen und Besucher geteilter Meinung. „Mal was anderes“, sagten die einen. „Überflüssig, die Stadt hat doch sowieso kein Geld“, die anderen.
Gerüchte um MS Leonberg III: Festwagen bleibt bescheiden
In der Bevölkerung war vor dem diesjährigen Pferdemarkt bereits scherzhaft gemunkelt worden, ob denn beim Umzug womöglich eine MS Leonberg III zum Einsatz kommen würde. Dem war nicht so. Auf ihrem vergleichsweise fast schon dezenten Festwagen, einem mittelgroßen Laster des Baubetriebshofes, thematisierte die Verwaltung am Dienstag, 11. Februar, den Brückenschlag zwischen Innen- und Altstadt via Postareal.