Leonberger Grundschule im Fokus Drei Varianten für die Schellingschule

Mensa, Rückzugsorte, Bereiche für Bewegung: Die Schellingschule in Leonberg soll erweitert werden. Foto: Simon Granville

Der verpflichtende Ganztag kommt, es mangelt an Platz in der Leonberger Bildungseinrichtung. Nun sucht die Stadtverwaltung nach einer baulichen Lösung – Diskussionen sind vorprogrammiert.

Leonberg: Marius Venturini (mv)

Die Schülerzahlen steigen auch in Leonberg. Bis zum Schuljahr 2029/30 werden in der Stadt rund 5250 Kinder und Jugendliche die Schulen besuchen, 20 Prozent mehr als derzeit. Es braucht mehr Platz. Dabei legt die Stadt den Fokus vor allem auf die drei Innenstadt-Grundschulen: Schellingschule, Mörikeschule und Spitalschule. Dort drückt der Schuh besonders, kommt doch ab dem Schuljahr 2026/27 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder hinzu. Somit braucht es neben bloßen Klassen- und Betreuungsräumen auch Mensaflächen – auch das Angebot eines warmen Mittagessens wird für die Kommunen Pflicht. Hinzu kommen noch Rückzugsorte, Bereiche für Bewegung, außerdem soll der Pausenhof natürlich nicht zu klein ausfallen.

 

Eine erste, grobe Machbarkeitsstudie

Besonders im Blick hat die Stadt nun die Schellingschule. Wie man für die Bildungseinrichtung mehr Platz schaffen könnte, dafür wurde dem Sozial- und Kultusausschuss eine grobe Machbarkeitsstudie vorgelegt. Drei Varianten gab’s zu sehen, die allerdings noch überhaupt keine Details verrieten. Dennoch gibt es bereits Tendenzen bei den Beteiligten – die Vorstellungen gingen jedoch auseinander.

Drei Wege sieht das Büro Kilian und Partner, das die Studie erstellt hat. Da wäre zum einen die Umnutzung im Bestand. Sprich: Die beiden bisherigen Gebäudekomplexe der Schellingschule sollen so umgebaut werden, dass mehr Räume und eine Mensa untergebracht werden könnten. Der Vorteil wäre ein vergleichsweise geringer Eingriff in die Bausubstanz und hätte die geringsten Kosten von etwa 7,4 Millionen Euro. Variante zwei sieht den Teilabbruch des südwestlichen Gebäudes vor, es soll um einen zweigeschossigen Anbau ergänzt werden. Dies schlüge mit knapp 8,9 Millionen Euro zu Buche. Die dritte Möglichkeit schließlich sieht den kompletten Neubau eines Gebäudes auf dem Eisplatz vor. Das bestehende südwestliche Gebäude könnte entweder abgerissen oder ertüchtigt werden – als „Jongliermasse“, wie es Georg Zakrzewski, Leiter des Gebäudemanagements und der Technischen Abteilung, im Ausschuss ausdrückte.

Was die Stadt bevorzugt, ist klar – was meint die Schulleitung?

Die Stadt bevorzugt laut Sitzungsvorlage ebenjene dritte Variante. Es sei „nutzungstechnisch die beste Lösung“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Zudem könne „eine Neustrukturierung des Schulareals ein weiterer Vorteil sein“, außerdem sei der Bauablauf einfach zu gestalten, ein neues Gebäude energetisch und technisch auf dem aktuellsten Stand. Falls man den Sanierungsaufwand für das bestehende Hauptgebäude so gering wie möglich halte, lägen die Kosten bei gut 10,2 Millionen Euro.

Nun hatten jedoch sowohl die Stadträtinnen und -räte ein Wörtchen mitzusprechen, ebenfalls Schulleiterin Sabine Wiedemann. Zunächst zeigten sich einige überrascht, warum nun der Fokus auf der Schellingschule liege, wo man doch viele Jahre über die Ertüchtigung der Spitalschule diskutiert habe. Beides gleichzeitig gehe jedoch nicht, heißt es bei der Stadtverwaltung.

Zeitplan sieht Fertigstellung im ersten Quartal 2028 vor

Wiedemann sprach sich klar für Variante zwei aus. Der Eisplatz solle nicht zugebaut werden. Stattdessen sieht Variante zwei vor, dass eine großzügige Mensa in den Neubau am südwestlichen Ende kommen würde. Diese – abzüglich der Küche – könnte dann auch für externe Veranstaltungen genutzt werden. Mit dieser Lösung könnten wohl auch einige Räte und Rätinnen leben.

Abgestimmt wurde am Ende nicht. Dass es weiteren Diskussionsbedarf gibt, steht fest. Auch, ob das Projekt als sogenanntes VgV-Verfahren (also nach der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge) oder als Architektenwettbewerb ausgeschrieben wird, steht noch nicht fest. Und am Zeitplan – angepeilt ist ein Baubeginn Mitte 2026 und der Abschluss im ersten Quartal 2028 – kann sich noch einiges ändern.

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