Rekord im Imax-Kino 38 auf 22 Meter: Die größte Leinwand der Welt steht in Leonberg

Der Weltrekord ist offiziell bestätigt – es gibt auf der ganzen Welt keine größere Leinwand als die im Traumpalast. Foto: Simon Granville/ 

In unserer Serie „Rekordverdächtig“ stellen wir Orte in der Region Stuttgart vor, die auf besondere Weise herausragend sind. Heute: Im Traumpalast in der Neuen Ramtelstraße steht das XXL-Exemplar: 38 Meter breit und 22 Meter hoch.

Einst war die Stadt unterm Engelberg überregional bekannt durch die Leonberger Bausparkasse. 2003 verschwand der Schriftzug am Bürohochhaus, 2009 begann der Abriss der Marke, später wurde das Hauptgebäude gesprengt. Heute bietet an dieser Stelle das Layer Areal zentrumsnahen Wohnraum.

 

Immer wieder ist die Kommune auch wegen der zahlreichen Staus rund um den Engelbergtunnel in den Schlagzeilen – oder seit einigen Monaten wegen der chaotischen Verhältnisse an der Rathausspitze. Nicht gar so rühmliche Angelegenheiten. Seit Dezember 2022 jedoch hat Leonberg eine fürwahr positive Attraktion, wegen der Menschen aus der gesamten Region und darüber hinaus anreisen: Die größte Kino-Leinwand der Welt findet man im Traumpalast in der Neuen Ramtelstraße 2. Marius Lochmann, der Geschäftsführer der gleichnamigen Filmtheaterbetriebe, zu denen acht Traumpalast-Kinos vor allem in der Region Stuttgart gehören, hat im Dezember 2022 eine einzigartige Auszeichnung verliehen bekommen.

Seitdem ist es amtlich und die Leinwand steht ganz offiziell im Guinnessbuch der Rekorde. Das Imax in Leonberg hat nicht nur die größte Imax-Leinwand der Welt – sondern auch noch die größte Kino-Leinwand der Welt überhaupt. Diese ist 38 Meter breit und 22 Meter hoch und hat eine Fläche von 814,9 Quadratmetern. Das entspricht einer Größe von etwa drei Tennisplätzen. Und Marius Lochmann, der mit Kino groß geworden ist, hat sich damit einen Kindheitstraum erfüllt. „Die Weltrekorde im Guinnessbuch verfolge ich schon seit frühen Jahren, dass wir da jetzt als Familienunternehmen drin stehen, erfüllt mich mit Stolz“, hatte er bei der offiziellen Verkündigung des Rekordes gesagt. Einher gegangen war dieses Event mit einer großen Kino-Premiere von „Avatar II – The Way of Water “.

Im Jahr 2016 hatte das Familienunternehmen Lochmann den Traumpalast in Leonberg eröffnet. Die Bauarbeiten für das 19-Millionen-Euro-Projekt Imax mit besagter überdimensionaler Leinwand begannen dann vier Jahre später in 2020.

Etwa zeitgleich mit dem Start der Corona-Pandemie. Eine schwere Zeit mit vielen Verzögerungen für die Familie Lochmann, die aber weiterhin ganz fest an das Kino glaubte. Gebührend gefeiert wurde die Imax-Eröffnung dann im September 2021 - publikumswirksam mit der Premiere des James-Bond-Actionfilms „Keine Zeit zu sterben“. Hier erlebte und spürte das Publikum erstmals das 12-Kanal-Soundsystem, das richtig unter die Haut geht.

Die Filme „Avatar II“ mit insgesamt 80 000 und „James Bond“ mit 70 000 Besuchern waren bislang auch die größten Kassenschlager im Imax. Nicht zu vergessen der Film „Oppenheimer“, der ebenfalls für ausverkaufte Plätze sorgte. Mit dem Erfolg von „Barbie“ war Lochmann ebenfalls zufrieden – der Film lief allerdings in den kleineren Sälen.

Ab kommendem Oktober kommt dann „Joker 2“ ins Imax, auch da erhofft sich Marius Lochmann gute Zahlen. „Wir schauen neben verschiedenen Filmreihen oder Standardangeboten aber auch nach anderen Sondergeschichten oder Kooperationen. Was das Marketing betrifft, muss man auf dem Laufenden bleiben“, sagt der Geschäftsmann Lochmann.

So präsentierte beispielsweise der VfB Stuttgart seine Saisonabschlussfolge des Formats „VfB in Team“ vor 500 geladenen Gästen. Der Leonberger Jugendausschuss hatte vor der Kommunal- und Europawahl einen Film erstellt und mit diesem mehr als 550 jungen Leonbergerinnen und Leonbergern das Thema Politik und Wahlen im Imax nähergebracht. Und zum diesjährigen Digitalk mit dem weltweit agierenden Herrenberger Designer Roman Klis hatte die Wirtschaftsförderung des Landkreises Böblingen ebenfalls in den Traumpalast geladen – allerdings in den etwas kleineren Saal Diamant, der voll besetzt war. „Wir halten immer die Augen offen, was wir noch machen können“, sagt Marius Lochmann.

Ob er auch andernorts eine so große Leinwand plant wie in Leonberg? „So schnell nicht, die Stadt Leonberg behält erst einmal dieses Alleinstellungsmerkmal“, sagt der Traumpalast-Geschäftsführer.

Höher, größer, schneller – in unserer Serie „Rekordverdächtig“ stellen wir Orte in der Region Stuttgart vor, die auf besondere Weise herausragend sind.

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