Leonberger Lebenshilfe Singen verbindet Menschen mit und ohne Behinderung

Von Regine Brinkmann 

„Singen, das ist mein Leben“, sagt Nicole. Die Augen der jungen Frau glänzen. Sie ist an diesem Tag zum ersten Mal im Chor dabei, doch die langjährige Sängerin der Brenz-Band, einer inklusiven Band aus Ludwigsburg, bringt jede Menge Erfahrung mit. Bis nach China haben sie die Auftritte mit der Band geführt.

Matthew, der neben ihr sitzt, genießt sichtlich die Musik, die um ihn ist. „Obwohl Matthew nicht mitsingt, zumindest nicht für uns hörbar, kann er alle Liedtexte auswendig“ erzählt Elisabeth Kolofon, „und er singt auf Aufforderung die Lieder auch mit einer sehr schönen Stimme, allerdings in seinem eigenen, langsameren Tempo. Seine Betreuerin“, fährt sie fort, „hat mir erzählt, dass er oft sagt: ‚Am Mittwoch gehe ich in die Lebenshilfe zum Singen‘, und dabei strahlt.“

Auch Sozialarbeiter Patrick Birke, seit September 2018 bei der Lebenshilfe, singt regelmäßig mit. Ihn begeistert die Freude, mit der hier gesungen wird, und auch der Wille, gemeinsam etwas zu erreichen. „Das Singen verbindet Menschen mit und ohne Behinderung“, sagt er. „Und dadurch, dass man gemeinsam etwas Schönes erlebt, können ganz schnell Berührungsängste abgebaut werden.“

Jeder darf Vorschläge machen

In diesem gemischten Chor, der übrigens mit Absicht keinen anderen, klangvollen Namen trägt, gibt es keine Altersbegrenzung. Hier singen Menschen jeden Alters, wobei sich das Angebot in erster Linie an Erwachsene richtet. Jeder darf Vorschläge machen, was gesungen werden soll, doch neue Lieder, die einstudiert werden müssen, werden von der Chorleitung ausgesucht.

„Wir wollen es schaffen, zweistimmig zu singen“, nennt Angelika Puritscher das Ziel, und sie weiß, dass hier noch viel Arbeit vor dem Chor liegt. Doch die scheuen die Sänger nicht, dazu singen sie zu gerne. Eine Kostprobe seines Könnens gibt der Chor beim Ramtel Straßenfest der Lebenshilfe am 29. Juni in der Böblinger Straße.




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