Leonberger Pferdemarkt Viele helfende Hände sind gefragt

Der Pferdehandel auf dem historischen Marktplatz soll wieder mehr in den Fokus gerückt werden. Foto: /Simon Granville

Wenn am Freitag in Leonberg das Traditionsfest startet, waren schon zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und verschiedener Ämter mit der Organisation beschäftigt.

Florian Streib, seit April 2023 Leiter des städtischen Amts für Kultur und Sport, ist definitiv in Leonberg angekommen. Im vergangenen Jahr hat er erstmals das größte Traditionsfest in der Stadt, den Leonberger Pferdemarkt, hautnah als Koordinator miterlebt und ist begeistert von der bunten Mischung aus Tradition und Moderne. „Der Pferdemarkt mit seinen diversen Facetten und die Vielfalt der beteiligten Leonberger Mitwirkenden machen dieses traditionsreiche Fest zu etwas ganz Besonderem“, sagt der 38-Jährige, der, bevor er nach Leonberg kam, acht Jahre beim Deutschen Fußball-Bund tätig war. „Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit ist es doch wichtig, sich der Geschichte bewusst zu sein. Der Pferdemarkt hat eine tief verwurzelte Tradition in der Stadt; das verbindet Menschen, schafft Identität und gibt außerdem in Zeiten des Wandels Halt.“

 

Bei der Stadt laufen alle Fäden zusammen

Rund um die Organisation dieser Veranstaltung, die über die Region hinaus bekannt ist und deren Höhepunkt der Pferdemarkt-Dienstag mit dem Umzug durch die Stadt ist, sind etwa insgesamt 70 Menschen aus der Stadtverwaltung und aus den verschiedenen Ämtern beteiligt. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Kultur- und Sportamt laufen die Fäden zusammen. Seit April 2024 ist Svetlana Kühner als Projektleiterin des Pferdemarktes mit im Boot, die zuvor in der Veranstaltungsbranche gearbeitet hat. Das Stadtmarketing präsentiert die Veranstaltung nach außen. Neben den Kräften im Rathaus selbst, die bereits monatelang eingebunden sind, helfen auch schon seit Tagen viele Hände mit.

Unterstützung ist beispielsweise am Freitag beim Einlass im Casino des Tilgshäusles bei der Veranstaltung „Therapeutisches Reiten“ gefragt; am Wochenende geht es mit Reitveranstaltungen und einem Familien-Tanz-Event „Swing die Hufe!“ im Sportzentrum weiter. Insgesamt sind etwa 160 Mitarbeitende, davon allein 45 des Baubetriebshofs, des Ordnungsamts und auch viele Kräfte der Polizei, am Pferdemarkt-Dienstag im Einsatz.

Eine lange Liste an Aufgaben

Aufgaben gibt es reichlich. Bei der Errichtung der Absperrung; bei der Regelung des Verkehrs; bei der Aufstellung des Festumzugs; ein Tüv-Team, das für die Sicherheit der Wagen zuständig ist; ein anderes Team lobt die schönsten Umzugswagen des Festumzugs anhand eines Kriterienkatalogs aus; im Reiterstadion werden die Premierengelder des Pferdehandels und der Pferdeschau ausgezahlt; Elektriker sind im Einsatz, die nach der Technik schauen. Die Liste könnte beliebig weitergeführt werden. „Um ein reibungsloses Zusammenwirken aller zuständigen Personen zu gewährleisten, wurden die Abläufe des Pferdemarktes in mehreren persönlichen Organisationsmeetings im Rathaus besprochen“, sagt Florian Streib. Und am Pferdemarkt-Dienstag findet gleich morgens zur Feinabstimmung ein abschließendes Treffen statt.

Ganz oben auf der Liste steht das Thema Sicherheit – nicht erst seit dem Anschlag in Magdeburg. „Wir stehen in engem Austausch mit den Sicherheitskräften, nehmen das Thema selbstverständlich sehr ernst“, sagt Florian Streib, „wir haben uns detailliert damit auseinandergesetzt und gemeinsam mit den Experten relevante Bereiche erneut in Augenschein genommen.“ Konkrete Maßnahmen möchte er in Absprache mit den Sicherheitsbehörden allerdings nicht nennen.

Nach dem Pferdemarkt ist vor dem Pferdemarkt

Was die Organisation betrifft, lautet das städtische Motto in der Regel „Nach dem Pferdemarkt ist vor dem Pferdemarkt“. Da gelte es dann zu reflektieren, was gut gelaufen ist, was verbessert werden kann. Florian Streibs Bestreben nach seinem ersten Pferdemarkt im vergangenen Jahr war es gar nicht, alles auf links zudrehen. „Die Veranstaltung lebt ja auch von Altbewährtem.“ An gewissen Stellschrauben soll natürlich gedreht werden.

Einzelne neue Aspekte kämen dazu, die jedoch stets an den Interessen und Bedürfnissen der Menschen orientieren. Beispielsweise war es der Stadt nach dem Pferdemarkt 2024 wichtig, sich des Pferdehandels und der Anzahl der Händler beim Pferdeverkauf auf dem Marktplatz anzunehmen. „Schließlich hat sich der Verkauf von Pferden allgemein die letzten Jahrzehnte weiterentwickelt.“ Florian Streib betont hier erneut die Wichtigkeit des direkten Kontakts zu den Menschen: „Das Team ist in den Austausch gegangen, hat die Bedürfnisse und Erwartungen aufgenommen und entsprechende Anpassungen vorgenommen.“

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