Leonberger Stadtentwicklung Das Projekt Postareal geht in die heiße Phase

Vom Brezger-Areal (1), dem Rathaus (2), dem Layher-Gelände  (3) und der Post (4): Die ganze Innenstadt verändert sich. Das Foto stammt aus der Zeit, als noch das alte neue Rathaus    und die Leonberger Bausparkasse standen. Foto: Stadt Leonberg
Vom Brezger-Areal (1), dem Rathaus (2), dem Layher-Gelände (3) und der Post (4): Die ganze Innenstadt verändert sich. Das Foto stammt aus der Zeit, als noch das alte neue Rathaus und die Leonberger Bausparkasse standen. Foto: Stadt Leonberg

Aus den Konzepten von 15 Investoren entsteht ein neues Zentrum, das 2021 fertig sein soll.

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Leonberg - Die wichtigste Nachricht zuerst: Die Planungen für die Neugestaltung des Postareals, der Stadtachse und des Brückenschlags zwischen dem Neuköllner Platz und der Altstadt gehen in die entscheidende Phase. Einstimmig hat der Gemeinderat am Dienstagabend den Weg dafür freigemacht.

Doch so geschlossen, wie das Ergebnis nahelegt, war die Debatte nicht. Denn wäre es nach weiten Teilen der Freien Wähler und der CDU gegangen, wäre das ganze Planungsverfahren auf Eis gelegt worden.

Die Begründung dafür lieferte Wolfgang Schaal. Der Freie Wähler verwies auf eine Aussage des designierten Oberbürgermeisters Martin Kaufmann. Der hatte in der vergangenen Woche im OB-Kandidaten-Talk unserer Zeitung erklärt, dass er den Altstadttunnel beerdigen wolle.

Das hätte Auswirkungen auf die gesamten Innenstadt-Pläne, meinte Schaal. Und deshalb müsse man dem künftigen Verwaltungschef erste Gelegenheit geben, sich in die Thematik intensiv einzuarbeiten, bevor der Rat jetzt schon Beschlüsse fasse.

Hält die florierende Konjunktur?

Der amtierende Oberbürgermeister hielt mit Verve dagegen. Schon zum Jahresanfang, so argumentierte Bernhard Schuler, seien die Eckpunkte für die Gestaltung der Innenstadt klar gewesen. Um den Stadträten weitere inhaltliche Impulse zu geben, hatte die Stadt eine Expertenanhörung veranstaltet. Ein weiteres Zurückstellen des Projektes, sei schon aus finanziellen Erwägungen schwierig. „Keiner kann sagen, wie lange die gute Konjunktur anhält“, warnte der OB. Investoren, die jetzt bereit stünden, könnten dann schnell wieder weg sein.

Das sah die Mehrheit des Gemeinderates ähnlich und stimmte am Ende geschlossen einem „Investorenauswahlverfahren“ zu. Das bedeutet, dass sich Firmen mit eigenen Konzepten bewerben können. Allerdings müssen diese schon mit ähnlichen Projekten erfolgreich gewesen sein, die nicht länger als sieben Jahre zurückliegen. Nach einer Vorauswahl im Oktober sollen maximal 15 Bewerber in den Endausscheid kommen. Das Preisgericht wird im März tagen. Preisgelder gibt es nicht.

Ambitionierter Zeitplan

Danach soll es vergleichsweise schnell gehen. Schon ein Jahr später, so ist der Zeitplan, werden die Verkaufsgespräche abgeschlossen und Baurecht geschaffen sein. Das städtische Planungsamt rechnet für Mitte 2019 mit dem Beginn der Bauarbeiten. Zwei Jahre später könnte das neue Quartier bezogen werden.

„Dass es uns gelungen ist, Grundstücke für rund 1,5 Hektar mitten im Zentrum zusammenzukaufen, ist spektakulär“, und für den Stadtplaner Norbert Geissel nur ein Grund, das Projekt schnell anzugehen. Niedrige Bauzinsen und die gute Konjunktur erleichterten die Finanzierung.

Das genaue Profil des neuen Viertels soll sich aus den Vorschlägen der Investoren zusammensetzen. Einige Vorgaben hat der Gemeinderat allerdings gemacht. Ein Mischviertel soll es werden, kein reines niedrigpreisiges Wohngebiet, so wie es Gitte Hutter von den Linken vorschwebte.

Im Gegenteil: Attraktive Geschäfte, Restaurants, womöglich sogar ein Hotel, sollen neue Kunden anziehen. Der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Verlust an kaufkräftigem Publikum soll durch hochwertige Angebote gestoppt werden, forderte Birgit Suckut von den Grünen.

Bauausstellung als Sahnehäubchen

Auch die künftige Verkehrsführung muss in den Entwürfen berücksichtigt werden. „Das Gebiet muss die nächsten 50 bis 100 Jahre funktionieren“, sagte der Fraktionschef der Freien Wähler, Axel Röckle.

Sahnehäubchen der ganzen Planungen könnte eine Einbindung in die Internationale Bauausstellung IBA sein, die bis 2027 in der Stadt und der Region Stuttgart durchgeführt wird. Mit ihr werden besonders innovative Stadtentwicklungskonzepte gefördert. Der Brückenschlag könnte ein Leonberger IBA-Beitrag sein.




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