Leonberger Stadtentwicklung OB will Schuhfabrik und Reiterstadion sanieren

Über den Abriss der Schuhfabrik wird im Gemeinderat diskutiert. Doch der OB will das historische Gebäude erhalten und sanieren. Foto: factum/Granville
Über den Abriss der Schuhfabrik wird im Gemeinderat diskutiert. Doch der OB will das historische Gebäude erhalten und sanieren. Foto: factum/Granville

Bei der FDP plädiert Kaufmann für ein neues Hotel und einen Gesundheitscampus, der die Klinik stärkt.

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Leonberg - Zu einer etwas anderen Mitgliederversammlung hat der FDP-Stadtverband eingeladen. Weder Rechenschaftsbericht noch Wahlen stehen auf der Tagesordnung. „Die ordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen machen wir erst in zwei Monaten“, erklärt der Stadtverbandsvorsitzende Bernd Schönwald. „Heute geht es uns um eine offene Diskussion über aktuelle Themen.“ Da liegt es nahe, den neuen Oberbürgermeister zu fragen, was ihn in seinen ersten neunzig Tagen im Amt bisher bewegt hat.

Und Kaufmann findet klare Worte: Leobad, Stadthalle, Reiterstadion und Schuhfabrik will er an den aktuellen Standorten erhalten und sanieren, ein neues Premium-Hotel schwebt ihm vor. Und in der Altstadt- Parkkaverne will er wieder zum alten Bezahlsystem zurück. „Warum nicht wieder eine Schranke, wir sollten dieses Thema nochmals gemeinsam beleuchten.“ Zustimmung ist ihm in der Gaststätte Glemstal bei allen diesen Punkten sicher.

Machbarkeitsstudie reicht nicht

Am Beispiel Leobad macht Kaufmann deutlich, dass er künftig bei Kostenschätzungen Wert auf Worst-Case-Szenarien legt, nicht nur auf eine Machbarkeitsstudie. Mittlerweile ist klar, dass die Sanierung teurer kommt als gedacht. Rund 15 Millionen Euro könnten es werden, da aufgrund der Bodenstruktur die Becken mit Edelstahl ausgekleidet werden müssen.

Auch sind seit der Machbarkeitsstudie von 2015, die von 12,7 Millionen Euro ausging, die Baukosten um rund acht Prozent pro Jahr gestiegen. Um insgesamt bei den Bäderbetrieben Kosten zu senken schlägt Kaufmann vor, sie in die Stadtwerke einzugliedern, um Gewinne und Verluste besser verrechnen zu können.

Das Reiterstadion hat Kaufmann gerade während des Pferdemarktes schätzen gelernt. Er würde es gerne am aktuellen Standort erhalten, diese Freifläche sei gut für die Belüftung der Stadt. Aber wer Kaufmann mittlerweile ein wenig kennt, weiß, dass er noch ein paar zusätzliche Ideen aus dem Ärmel schüttelt: „Das Reiterstadion muss saniert werden, aber die Nutzung nur einmal im Jahr ist zu wenig. Wie wäre es mit einer Eisbahn in den Wintermonaten mit Glühweinverkauf? Das muss man natürlich mit den Anwohnern besprechen, aber es ist eine erste Idee für die Nutzung. Oder unterjährig könnte es hier die eine oder andere Reitvorführung geben.“

Tickets im Bürgeramt

Auch für die Stadthalle hat Kaufmann erste Visionen. Seit 2011 gibt es keinen eigenen Geschäftsführer mehr, der Oberbürgermeister als Leiter des Eigenbetriebs ist der oberste Chef der Stadthalle. „Meine Idee ist, die Stadthalle ins Gebäudemanagement zu integrieren.“ Weiter könnten Kosten gespart werden, indem die Karten zum Beispiel im Bürgeramt auf dem Marktplatz verkauft werden. Das würde die Personalkosten der Stadthalle senken. Die Vermarktung könnte im Kulturressort erfolgen. Das soll gemeinsam mit dem Gemeinderat geprüft werden.

Zusammen mit dem Amber-Hotel ist der Standort laut Kaufmann ideal für die Stadthalle. Dennoch sieht er Luft für ein neues Hotel im gehobenen Standard. „Leonberg ist ein Premiumstandort, wir sind nah an der Messe, die Autobahnanbindung ist ideal und wir haben wirtschaftliche Global Player wie Geze, Lewa und Bosch, die für ihre internationalen Gäste Hotelzimmer suchen.

Hotel mit gehobenem Standard

Doch es geht nicht nur ums Bauen an diesem Abend. Kaufmann spannt den Bogen viel weiter, einmal rund um Leonberg, und berichtet über die angedachte Umstellung des Fuhrparks der Sozialstation auf Elektroautos als Leuchtturmprojekt für Leonberg und über seine Planungen für die Einführung eines Beschwerdemanagements in der Verwaltung: „Per Email eingehende Anfragen oder Beschwerden sollten in drei Arbeitstagen beantwortet werden.“

Auch zum Thema Krankenhaus vertritt Kaufmann eine klare Meinung: „Ist der geplante Gesundheitscampus der Totengräber des Krankenhauses?“ fragt er provokant.

Ein Gesundheitscampus sei eine gute Sache, aber dieser Campus müsse auch das Krankenhaus brauchen, er mache nur Sinn, wenn die Klinik überleben könne, selbst mit weniger Betten. „Ich will mit dem Landrat an einem Strang ziehen, das Krankenhaus zu erhalten. Voraussetzung ist ein Gesundheitscampus, der ohne das Krankenhaus nicht leben kann. Nur so wird der Krankenhausstandort aufgewertet“.




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