Lese-Tipp: „Der Palast der Miserablen“ Verliebt ins Schreiben im Slum von Bagdad

Von Claudia Ingenhoven 

Der in Deutschland lebende, auf Deutsch schreibende Abbas Khider erzählt in seinem Roman „Der Palast der Miserablen“ vom Erwachsenwerden im Irak.

Abbas Khider stattet seine  Figuren mit Galgenhumor aus. Foto: imago/Eßling
Abbas Khider stattet seine Figuren mit Galgenhumor aus. Foto: imago/Eßling

Bagdad - Was für ein Gefühl. So herrlich wie beunruhigend. Jahrelang hat der Junge mit seiner Schwester in einem Bett geschlafen, behaglich war das, plötzlich ist es aufregend. Und schon räumen die Eltern die Matratzen der Kinder auseinander. Oft schon wurde das sexuelle Erwachsenwerden eines Jungen in Romanen und Filmen beschrieben. Abbas Khider gelingt es in „Der Palast der Miserablen“ zart und witzig zugleich. Plötzlich findet Shams es auch aufregend, der Limonaden-Verkäuferin zu begegnen, er trinkt jetzt mehr Limonade, als er sich leisten kann – bis sie plötzlich verschwunden ist. Sie hat einen Polizisten geheiratet. Vielleicht wurde sie auch verheiratet. Besser nicht fragen, Polizisten können gefährlich werden.