Lesung mit Jasmin Riter in Sindelfingen Warum sind Orcawale vorbildliche Mütter?
Das neue Buch „Orcawale“ von Jasmin Riter thematisiert Menschen am Rande der Gesellschaft. Die Autorin kommt am 17. März nach Sindelfingen.
Das neue Buch „Orcawale“ von Jasmin Riter thematisiert Menschen am Rande der Gesellschaft. Die Autorin kommt am 17. März nach Sindelfingen.
Warum sind Orcawale vorbildliche Mütter? Welche Parallelen finden sich in den Leben zweier junger Frauen in der Kriegszeit und im Hier und Jetzt? Und kann eine Banane zum Kommunikationsmittel werden? Nach ihrem Kinderbucherfolg „Norbert tanzt“, das voriges Jahr erschienen ist, hat die in Sindelfingen aufgewachsene Autorin Jasmin Riter nun ihre erste Lektüre für Erwachsene auf den Markt gebracht.
In dem Buch „Orcawale“ stehen marginalisierte Protagonisten vor schwierigen Lebensentscheidungen. Dabei möchte die Autorin deutlich machen, wie die Gesellschaft mit benachteiligten Menschen umgeht und vor welche Herausforderungen sie diese stellt.
„Female Empowerment“ ist Jasmin Riter wichtig, das spiegelt sich auch in ihrem aktuellen Buch wider. Ihre Protagonisten sind meist weiblich. „In den Erzählungen geht es darum, dass die Figuren ganz normal in unserer Gesellschaft leben, aber wir sie im Stich lassen und teilweise sogar aktiv dazu beitragen, dass sie benachteiligt werden“, erklärt Riter. Dennoch hätte jede Geschichte einen optimistischen Grundton. „Es geht mir auch darum, dass Frauen mehr repräsentiert sind in der Literatur“, sagt die 41-Jährige.
„Es gibt einen Text im Buch, der ist leider sehr aktuell“, erklärt Riter. Die Autorin hatte ihn vor zwei Jahren im Rahmen eines Schreibwettbewerbs verfasst, der sich mit dem Thema befasste: „Wie würde unsere Gesellschaft aussehen, wenn wir wieder eine faschistische Regierung hätten.“ Die Geschichte „Remigration“, mit der sie den Wettbewerb gewann, beschäftigte Riter jedoch weiterhin sehr, sodass sie ihn für ihr Buch „Orcawale“ überarbeitet hat.
Im zweiten Teil des Bandes hat Riter Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in Sindelfingen zu Papier gebracht. Ein Kapital handelt von der Dorfjugend, ein anderes von Datings, und auch der Hauptstadt Berlin hat die Autorin ein Kapitel gewidmet. Meist sind es schöne und lustige Erinnerungen, doch eine traurige ist auch dabei: eine Geschichte handelt von Riters Vater, der im Jahr 2009 gestorben ist.
Die 41-Jährige, die ihr Abitur am Goldberg Gymnasium in Sindelfingen absolvierte, nutzt jede ruhige Minute um sich ihrer Lieblingsbeschäftigung zu widmen: dem Schreiben. Die Mutter zweier Kinder, die in Teilzeit als Deutsch- und Englischlehrerin an einer beruflichen Schule in Waiblingen arbeitet und im Remstal wohnt, hat ihre Liebe zu Büchern schon in Kindertagen entdeckt. Damals las sie von morgens bis abends alles, was ihr in die Finger kam, seien es Romane, Kochrezepte oder Bedienungsanleitungen. Ihre Kurzgeschichten wurden in Literaturzeitschriften wie auch Anthologien veröffentlicht und vielfach prämiert.
Am Montag, 17. März, um 19 Uhr, ist die Autorin beim Sindelfinger Litaraturklub zu Gast. Dort liest sie aus ihrem neuen Buch „Orcawale“, das im Thelem Verlag erschienen ist, und steht im Anschluss für Gespräche zur Verfügung. Die Veranstaltung ist in der Seniorenwohnanlage „BärleEck“ in der Leonberger Straße 1 und kostet drei Euro.