Zwei Jahre alt war Lewin Creuz, als er zum ersten Mal eine Geige in der Hand hatte. Seitdem spielt der mittlerweile 16-Jährige mit großer Begeisterung – und sammelt Erfolge.

Leserredaktion : Kathrin Zinser (zin)

Korb - Wenn Lewin Creuz über das Geigespielen spricht, lächelt er und seine Augen strahlen. Man spürt seine Leidenschaft für das Instrument – erst recht, wenn er spielt. Vor kurzem ist der 16-Jährige aus Korb beim Tag der Talente in Berlin gewesen. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte rund 300 Preisträgerinnen und Preisträger bundesweiter Schüler- und Jugendwettbewerbe eingeladen. Dort konnten die Jugendlichen an Workshops zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) teilnehmen und Kontakte knüpfen.

 

Er habe dabei tolle Einblicke gewonnen, erzählt Lewin, der sich unter anderem mit dem Thema Komponieren mit KI beschäftigte. „Ich komponiere aber noch lieber auf dem Blatt“, sagt er. Denn Musik sei deutlich facettenreicher, als man es im Computer darstellen könne. „Aber als Hilfsmittel ist KI bestimmt sehr gut“, befindet der 16-Jährige. Er hat sich für den Tag der Talente dadurch qualifiziert, dass er beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Bundespreis mit Höchstpunktzahl in der Kategorie Violine Solo gewonnen hatte. Es ist nicht seine erste Auszeichnung.

Morgens schon Geige üben

„Ich spiele bereits seit meiner frühesten Kindheit Geige“, erzählt Lewin. Seine beiden älteren Schwestern lernten das Geigenspiel an einer Kinderuni in Freiburg und er, damals erst zwei Jahre alt, wollte es ihnen unbedingt gleichtun. „Er wollte nie zum Spielplatz, wenn seine Schwestern in der Kinderuni waren, sondern immer da bleiben und mitmachen“, erinnert sich Lewins Mutter Annette Creuz.

Mit zwei Jahren hatte der Junge dann zum ersten Mal eine Geige in der Hand. „Er ist außergewöhnlich gut damit umgegangen. Sie ist ihm nie runtergefallen“, erzählt Annette Creuz, selbst Geigenlehrerin. Immer wieder habe sie ihrem Sohn ganz spielerisch etwas auf dem Instrument gezeigt, später nahm er Unterricht an einer Musikschule. Lewin wollte immer von sich aus üben, da sind sich Mutter und Sohn einig.

Auch heute spielt er mehrere Stunden täglich Geige, oft schon vor der Schule. Der Elftklässler besucht das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart. Da es sich dabei um ein Musikgymnasium handelt, haben die Lehrer Verständnis, wenn Lewin für Auftritte oder Wettbewerbe vom Unterricht freigestellt werden muss. „Das macht es leichter“, sagt Annette Creuz. Mehrmals im Monat hat ihr Sohn Solokonzerte, darüber hinaus ist er Konzertmeister des Schüler-Sinfonie-Orchesters Stuttgart und spielt im Bundesjugendorchester. Nebenbei geht er joggen und schwimmen und trifft seine Freunde.

Wie er das alles unterkriegt? „Das ist eine Frage der Zeiteinteilung“, sagt Lewin. Der Sport sei wichtig als Ausgleich und bringe ihn somit letztlich auch musikalisch voran: „Die eigene Persönlichkeit schwingt immer mit beim Spielen“, davon ist er überzeugt.

Ein mehr als hundert Jahre altes Instrument

Für ihn ist die Geige das virtuoseste Instrument: „Da kann man das meiste an Klangfacetten herausholen“, sagt der 16-Jährige. Derzeit spielt er auf einer Violine von Giovanni Pistucci aus Neapel, die mehr als einhundert Jahre alt ist. Das Instrument ist eine Leihgabe der Deutschen Stiftung Musikleben, jedes Jahr muss Lewin sich neu darum bewerben. „Das ist eine unglaublich tolle Geige, finde ich“, sagt er.

Für Lewin Creuz steht fest, dass er seine Leidenschaft zum Beruf machen will. In welche Richtung es geht, sei aber noch offen. „Ich lasse das Schritt für Schritt auf mich zukommen“, sagt er entspannt. Zu Beginn des neuen Semesters wechselt der Jungstudent erst einmal von der Stuttgarter Musikhochschule nach München, dann wird er zwischen seiner Heimat Korb und der bayerischen Landeshauptstadt pendeln. Denn trotz aller bisherigen Erfolge: „Man lernt immer dazu. Es gibt immer etwas, wo man denkt, man kann es noch besser machen“, sagt Lewin.