Zwei Tage lang hat Parteichef Christian Lindner die Debatte, ob die FDP einen neuen Namen bekommen soll, laufen lassen. Jetzt greift er ein. Das Ergebnis heißt: Nein.
Berlin - FDP-Chef Christian Lindner hat Forderungen nach einer Umbenennung seiner Partei eine klare Absage erteilt. Der Stuttgarter Zeitung sagte Lindner: „Ich dementiere, dass ein neuer Name ein Thema für mich oder die FDP ist.“ Er verwies auf das Beispiel des Motorradherstellers Harley-Davidson. Das Unternehmen habe trotz einer schweren Krise „nicht plötzlich Mofas gebaut oder den Traditionsnamen aufgegeben“, sondern „die Motoren modernisiert“.
Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte sich hingegen offen für ein neues Label gezeigt und auf die Akzeptanzprobleme des Parteinamens hingewiesen. Innerparteilich stieß sie damit auf Unverständnis. Im Präsidium sei verabredet gewesen, zunächst inhaltliche und organisatorische Fragen der Neuausrichtung zu klären und erst dann über einen optischen Neuauftritt der Partei zu diskutieren, hieß es. Lindner selbst hatte in einer ersten Stellungnahme eine Neubenennung allerdings nicht kategorisch ausgeschlossen und betont, dass es in der FDP keine Denkverbote, aber auch keine Pläne für einen neuen Namen gebe.
Am schärfsten kritisierte Parteivize Wolfgang Kubicki das Vorpreschen von Strack-Zimmermann. Deren Anregung sei „Unfug. Grober Unfug“, sagte der Fraktionschef im Landtag Schleswig-Holsteins der Bild-Zeitung. Hans-Ulrich Rülke, Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, schloss sich diesem Urteil an. „Diskutieren kann man vieles, das kommt aber aus meiner Sicht nicht in Betracht“, sagte Rülke der dpa. Die FDP stehe in der Tradition prominenter Politiker wie Theodor Heuss, Reinhold Maier und Hans-Dietrich Genscher, die man nicht einfach mit einer neuen Namensgebung kappen könne. „Wenn man inhaltlich nicht überzeugt, kann eine Partei heißen wie sie will“, fügte Rülke an.