Die Sterbebegleitung und die Trauerarbeit gewinnen zusehends an Bedeutung und haben eine Erweiterung des Hospizes in Leonberg nötig gemacht. Dafür kommt große Unterstützung von unserer Hilfsaktion „Lichtblicke“.

Leonberg: Thomas K. Slotwinski (slo)

Die Zimmer sind hell und freundlich, im großen Saal sind schon die kleinen Geschenke für die Weihnachtsfeier der Kinder und Jugendlichen aufgebaut. Im Flur steht ein Tischfußball. Die neue obere Etage des Leonberger Hospizes ist ein Aushängeschild. Davon konnte sich auch der Besuch von unserer Zeitung überzeugen, der einen Scheck über 40 000 Euro dabei hatte. Die stolze Summe stammt aus den Spenden der Weihnachtsaktion „Lichtblicke“, mit der die Leonberger Kreiszeitung seit 27 Jahren Menschen in Not oder Hilfsprojekte im Altkreis Leonberg unterstützt.

 

Das Hospiz, in dem unheilbar Kranke begleitet werden, ist eine der Einrichtungen, deren Arbeit zusehends an Bedeutung gewinnt. „Es gibt immer mehr Alleinstehende ohne jeden familiären Anhang“, berichteten der Vorstand Dieter Burr und sein Stellvertreter Günther Wöhler. „Umso wichtiger ist es, dass sie hier einen Ort haben, an dem sie in Ruhe Abschied nehmen können.“ Zum Teil reicht die Betreuung über den Tod hinaus. „Wir organisieren auch oft eine Beerdigung“, sagte Burr.

Doch es ist nicht nur die hohe Zahl an Erkrankten, die einen Erweiterungsbau des Hospizes nötig gemacht hat. „Der Wunsch nach einer Begleitung zuhause überwiegt den Bedarf an stationären Plätzen bei weitem“, sagt Wöhler. „Bei der Trauerbegleitung explodiert die Nachfrage geradezu. Diese Aufgabe haben wir angenommen und seit 2017 eine qualifizierte Trauerbegleitung aufgebaut.“ Doch vor dem Umbau war der Platz dafür knapp: „Im ersten Halbjahr 2023 wurden allein 85 Gesprächstermine in unterschiedlichen Räumlichkeiten außerhalb angeboten“, sagt Wöhler. „Das ist organisatorisch auf Dauer nicht zu stemmen.“

Eigener Gruppenraum für den Kinderhospizdienst

Mit dem Erweiterungsbau, der im Juli fertig wurde, hat das Hospiz nun ganz andere Möglichkeiten: „Der Raum für das Trauercafé und eine dazu gehörige Teeküche sind vorbereitet“ berichten Burr und Wöhler.

Uwe Reichert, der Leiter regionale Koordination bei der Zeitungsgruppe Stuttgart und Vorsitzende des Trägervereins „Bürger helfen“, versicherte, dass auch künftig ein Teil der Spende, die durch die Aktion „Lichtblicke“ zusammenkommen, an die Hospizarbeit fließen werden.