Liebe Daisy! Wie aus den Feldpostbriefen ein Hörbuch wird

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Die Liebesgeschichte in Zeiten des Ersten Weltkriegs gibt es nun auch zum Anhören: Mit „Liebe Daisy!“ betritt die Stuttgarter Zeitung Neuland – es ist die erste Hörbuchproduktion der StZ. Sie können Sie ab sofort kaufen.

Mit „Liebe Daisy“ betritt die Stuttgarter Zeitung Neuland  – es ist die erste Hörbuchproduktion dieser Zeitung. Foto: StZ
Mit „Liebe Daisy“ betritt die Stuttgarter Zeitung Neuland – es ist die erste Hörbuchproduktion dieser Zeitung. Foto: StZ

Stuttgart - Eine Woche hat sich Mario Pitz seiner Rolle angenähert. Er hat das Drehbuch von „Liebe Daisy!“ gelesen und dabei gedanklich das Jahr 2014 verlassen. Er ist tief eingetaucht in das Jahr 1914 – jenes Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbrach und der junge Lehrer Adolf Mann sich von seiner geliebten Daisy verabschieden musste.

 

 

Mario Pitz Foto: Martin Stollberg
Mario Pitz leiht im Hörbuch der Stuttgarter Zeitung Adolf Mann seine Stimme. Er liest ausgewählte Briefe, in denen der Soldat seiner Freundin beschreibt, wie er Kameraden sterben sieht und wie er versucht, in der Todeszone der Schützengräben zu überleben. „Im Hörbuch wird deutlich, dass Adolf Mann jeden Tag damit rechnen muss zu sterben“, sagt Mario Pitz. „Die Briefe, die er seiner Daisy schreibt, sind für ihn eine Therapie, um mit dem Grauen umzugehen. Mich hat es beeindruckt, welche Kraft er aus dem Schreiben gezogen hat.“

 

 

Die Sprecher: Bernd Gnann und Mario Pitz

Ein Jahrhundert ist vergangen, seit Adolf Mann in den Großen Krieg zog, und doch fiel es Mario Pitz leicht, einen Weg in dessen Gefühlswelt zu finden. Pitz ist 25 Jahre alt – genauso alt wie Adolf Mann zu Beginn des Ersten Weltkriegs. In diesem Alter stellen sich durch Ausbildung und erste Berufserfahrungen normalerweise die Weichen für das weitere Leben – doch Adolf Mann war als Einzelner damals machtlos der Weltpolitik ausgeliefert.

 

 

Bernd Gnann Foto: Martin Stollberg
Mario Pitz hat in Stuttgart an der Musikhochschule Sprechkunst und Kommunikationspädagogik studiert. Mittlerweile arbeitet er als Rhetoriktrainer und Sprecherzieher, außerdem hat er in mehreren Hörbuchproduktionen mitgearbeitet. Noch mehr Erfahrung besitzt der zweite Sprecher dieser Hörbuchproduktion: Bernd Gnann ist ein künstlerisches Multitalent – er arbeitet als Schauspieler, leitet das Karlsruher Kammertheater und unterhält sein Publikum zudem als Kabarettist. Gnann ist unter anderem durch zahlreiche Fernsehrollen im „Tatort“ bekannt, in Stuttgart hat er ein Jahrzehnt als Ensemblemitglied im Staatstheater gearbeitet.

 

 

Originalrede des Kaisers

Mit „Liebe Daisy“ betritt die Stuttgarter Zeitung Neuland – es ist die erste Hörbuchproduktion dieser Zeitung. Beim Casting der Sprecher, bei der Aufnahme und bei der Bearbeitung des Hörbuchs sind die Fäden bei Roberto Alexander Rojas zusammengelaufen. Rojas, ein Stuttgarter, dessen Vater aus Chile stammt, arbeitet als Produzent, Toningenieur und Komponist. Er hat unter anderem die Musikstücke für das Hörbuch ausgewählt und nach historischen Tönen und Reden gesucht. So beginnt im „Hörbuch“ der Krieg für Adolf Mann mit der Originalrede von „Kaiser Wilhelm II: „Es muss denn das Schwert entscheiden – mitten im Frieden überfällt uns der Feind.“

Hier gibt es eine Hörprobe:

 

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