Liebesaus vor Gericht Er sagt, sie sagt...

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Ein Paar versucht vor dem Böblinger Amtsgericht das konfliktreiche Ende seiner Beziehung zu klären.

Symbolbild Foto: dpa
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Gäufelden - Zwei Jahre währte die Beziehung von Peter E. und Celine D. (beide Namen geändert). Vor neun Monaten trennte sich das Paar. Doch abgeschlossen ist das Kapitel noch immer nicht. Nun haben sich die ehemaligen Partner vor dem Amtsgericht wieder getroffen: er auf der Anklagebank, sie als Zeugin und Nebenklägerin.

Die 32-Jährige beschuldigt ihren früheren Freund, sie beleidigt und geschlagen zu haben. Ein Trommelfellriss sei die Folge gewesen. Als Beweis legt sie ein ärztliches Attest vor. Außerdem habe er ihr zwei Ordner mit Unterlagen ihres Autos sowie den Autoschlüssel abgenommen. Ein Freund habe Peter E. damals begleitet und aufgepasst, dass sie nicht nicht die Wohnung verlassen konnte.

Seine Freunde bestätigen seine Aussage, ihre Freundin die Sicht der Frau

Peter E. bestreitet die Vorwürfe. Bei der Trennung im November des vergangenen Jahres habe er gemeinsam mit einem Freund seine Kleidung gepackt und einen Autordner aus der Wohnung geholt. „Das hatte ich nämlich bezahlt.“ Das Auto nahm er mit. Mittlerweile sei es verkauft. „Ich habe Celine nicht geschlagen.“ Die Verletzungen habe sie sich selbst zugefügt, das sei nicht das erste Mal. „Sie lügt, ist eine ungeheure Manipulateurin“, sagte der Mann.

So unterschiedlich wie die Aussagen der beiden einst Liebenden, sind auch die der Zeugen. Eine Freundin von Celine E. war dieser zu Hilfe geeilt, benachrichtigt durch eine Whatsapp-Nachricht. Als sie eintraf, hätten der Ex-Geliebte und dessen Freund gerade die Wohnung verlassen, beladen mit Ordnern. Ihre Freundin hätte ein sehr rotes Ohr gehabt und sei in Tränen aufgelöst gewesen. Der damalige Begleiter von Peter E. bestätigte wiederum die Aussagen seines Freundes. „Er hat seine Sachen zusammengesucht.“ Geschlagen habe er die Frau nicht. Diese hätte sich auch frei in der Wohnung bewegen können.

Ein anderer Freund von Peter E. erklärte vor Gericht, Celine D. habe ständig unter Drogen gestanden. „Sie hat praktisch immer gekifft, wenn ich sie gesehen habe.“ Celine D. bestreitet dies. Sie habe für ihren Arbeitgeber einen Drogentest gemacht, der belege, dass sie clean sei.

Verhandlung wurde vertagt

Für den Amtsrichter Horst Vieweg dürfte es nicht einfach werden, ein Urteil zu fällen. Aussage steht gegen Aussage. Die Beweislage erweist sich als schwierig. So gibt es beispielsweise zwei sogenannte Schutzverträge für den Hund, der bei Celine D. lebt und auf den auch Peter E. Anspruch erhebt. Sowohl Celine D. als auch Peter E. haben einen Vertrag für das Tier. Auch die als Zeugin geladene Hundezüchterin konnte nicht helfen, sie konnte sich nicht mehr erinnern. Es sei ungewöhnlich, dass sie zwei Verträge ausgestellt habe, andererseits seien beide Unterschriften echt.

Da noch weitere Zeugen zu befragen sind, vertagte der Richter die Verhandlung. Sie wird am 24. September fortgesetzt.




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