Lieblingsstück Paddeln mit Ruhe

Von sne 

Zwei indianische Einbäume symbolisieren für Sieghard Kelle ein Stück Jugendhausgeschichte.„Was gibt es Schöneres als diesen Ort“, schwärmt Sieghard Kelle, beim Blick vom Bootshaus über den Max-Eyth-See in Stuttgart.

Die beiden Einbäume zieren heute die  Bootshausfassade. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die beiden Einbäume zieren heute die Bootshausfassade. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Im Einbaum über den See paddeln – das ist Indianer-Romantik pur. Fehlt nur noch der Sonnenuntergang. „Was gibt es Schöneres als diesen Ort“, schwärmt Sieghard Kelle, der Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhaus GmbH (STJG), und blickt vom Steg des Bootshauses über den Max-Eyth-See. Regelmäßig kommen Kinder-und Jugendgruppen hierher und gehen Kajak- und Bootfahren. Aber die Attraktion sind die beiden Einbäume, die Kelle ans Herz gewachsen sind, weil sie ein Stück Geschichte der Stuttgarter Jugendhausbewegung symbolisieren.

„Früher ist man in der Badehose drin gesessen. Heute mit Schwimmweste“, sagt er schmunzelnd. Allerdings ist Vorsicht bei den Einbäumen aus den 1960er Jahren geboten. „Einsteigen und Aussteigen ist recht anspruchsvoll“, weiß Kelle, der selbst gerne mit dem Einbaum fährt. „Und wenn man drin sitzt, muss man sich konzentrieren, sonst schaukelt er. Das muss man unbedingt vermeiden.“ Das Indianerboot besitzt kein Schwert wie andere Boote, sondern ist schlicht ein ausgehöhlter gerader Baumstamm. Deshalb zwingt es die Paddler zur Ruhe.

„Wir hatten damals im Jugendhaus einen Holzkünstler“, erinnert sich Kelle. Der schnitzte die Einbäume. Dass sie bis heute im Einsatz sind, findet Kelle faszinierend. „Ich kam mit ihnen vor 20 Jahren in Berührung, als wir das Bootshaus renoviert haben und die beiden in einer Ecke entdeckten.“ Dafür waren sie zu schade. Heute zieren sie die Bootshausfassade – wenn sie nicht auf dem See sind.




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