Liegengelassener Kot Neue Grünflächen für die Hunde ausweisen

Hundekot ist ein Ärgernis für Landwirte und Behörden.Hundekot ist ein Ärgernis für Landwirte und Behörden. Foto: :Christian Milankovic
Hundekot ist ein Ärgernis für Landwirte und Behörden.Hundekot ist ein Ärgernis für Landwirte und Behörden. Foto: :Christian Milankovic

Hundekot auf Wiesen und den Straßen erregt die Gemüter der Bürger, Bauern und Ämter. Vielen Hundehaltern ist auch nicht bewusst, dass Geldbußen drohen, wenn sie die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners einfach liegen lassen.

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Vaihingen - Viele kennen das Problem. Ein unaufmerksamer Schritt und schon ist es passiert: Der Hundekot auf den Straßen stellt für viele Bürger ein Ärgernis dar. Auch Hans-Henning Schmidt beschwert sich über die verdreckten öffentlichen Flächen. Beim Spielen mit seinen Enkeln in der Nähe des Vaihinger Freibades sei er auf die Hundehaufen aufmerksam geworden. Er beklagt, dass viele Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einfach liegen ließen. „Für das Spielen unserer Kleinsten ist da kaum noch Raum“, sagt Schmidt. Für Hundehalter solle es eine Selbstverständlichkeit sein, den Dreck zu entfernen.

Hundehalter können mit Geldbußen belegt werden

Beseitigungspflicht für Besitzer

„Im Grunde gibt es die gesetzliche Pflicht, die Hinterlassenschaften wegzuräumen“, sagt Walter Wagner vom Gartenamt. Auf freiwilliger Basis stelle die Stadt dazu Hundetüten in öffentlichen Bereichen zur Verfügung. Wagner beobachtet, dass auch ein überwiegender Teil der Hundebesitzer dieses Angebot in Anspruch nehme. Jedoch gebe es immer wieder Halter, die nicht einsehen, den Dreck selbst wegzuräumen. „Abfallbehälter und Tütenspender sind nicht die Lösung des Problems“, sagt deshalb Wagner. Seine Mitarbeiter würden oftmals die Besitzer ansprechen, bei denen sie ein Fehlverhalten bemerken. „Die einen sind peinlich berührt, andere fühlen sich ertappt. Die Reaktionen gehen jedoch bis hin zu unfreundlicher Ablehnung und Beschimpfung.“ Dabei stellt das Liegenlassen des Hundekotes eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße belegt werden.

Bußgelder drohen

„Auf Straßen und öffentlichen Plätzen greift der Bußgeldkatalog der Polizeiverordnung. Bei Verstoß drohen 75 Euro Strafe“, sagt Hans-Jörg Longin vom Ordnungsamt. Auf Feldern und Wiesen hingegen ist der Bußgeldkatalog des Umweltschutzes maßgebend. Für Verstöße können 30 bis 5000 Euro fällig werden. „Wobei 5000 Euro utopisch sind“,sagt Longin.

Bei der Bekämpfung des Problems hoffen Wagner und seine Mitarbeiter auf die Hilfe der Bürger, die die Sünder auf ihr Fehlverhalten hinweisen sollen. Schließlich gebe es in Stuttgart zwischen 15 000 und 20 000 Hunden. „Da kommt was zusammen.“ Dass die Hundehaufen auf den Wegen und Grünflächen zugenommen haben , kann Wagner jedoch nicht bestätigen. „Vermutlich nimmt einfach das Bewusstsein der Bürger zu, und die Beschwerden häufen sich deshalb.“

Für Landwirte bringt der Hundekot viele Probleme

Kot kann Krankheiten übertragen

„Der Kot auf den Feldern ist ein Unrat“, sagt der Möhringer Bauer Klaus Brodbeck. Für Landwirte sei das ein altbekanntes Problem. Deshalb ist es ihm wichtig, die Leute zu informieren. Gerade auf den Fildern gäbe es viele Gemüseanbauflächen, die durch die Hinterlassenschaften verunreinigt werden. „Ich würde keinen Salat haben wollen, auf dem Hundekot war“, sagt Brodbeck.

Wenn er im Frühjahr auf die Felder fährt, hat er immer einen Flyer des Landesbauernverbandes dabei. Damit möchte er die Leute aufklären. Oftmals wüssten die Hundehalter seiner Erfahrung nach nicht, welche Folgen ihre Unachtsamkeit mit sich bringe. „Man geht davon aus, dass über den Hundekot Krankheitserreger in den Umlauf kommen.“ So wird etwa über Hunde ein Parasit übertragen, der bei Rindern die häufigste Ursache für Fehlgeburten darstellt.

Sein Vorschlag ist es, neue Flächen zu schaffen, die speziell für den Auslauf der Vierbeiner gedacht sind. Schließlich würden die Hundebesitzer Hundesteuern zahlen. Mit diesem Geld solle die Stadt seiner Ansicht nach neue Grünflächen schaffen. Brodbeck hat selbst einen Hund und weiß, wie wichtig Auslauf ist. „Wir Landwirte sind keine Hundehasser.“




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