Linksextremismus in Stuttgart AfD-Bus mit Farbbeuteln und Steinen beworfen

Von Sascha Maier 

Personen aus dem mutmaßlich linken Spektrum haben einen Reisebus der AfD, der zu einer Demo nach Berlin fahren sollte, mit Farbbeuteln und Steinen an der Abreise gehindert. Die Polizei ermittelt – die AfD nennt den Vorfall einen „Terroranschlag“.

Die Busfront wurde von Steinen un Farbbeuteln getroffen, wobei auch die Scheibe splitterte. Foto: privat
Die Busfront wurde von Steinen un Farbbeuteln getroffen, wobei auch die Scheibe splitterte. Foto: privat

Stuttgart - Der Ausflug einer AfD-Delegation nach Berlin zum sogenannten „Frauenmarsch“ ist am Freitagabend in Stuttgart-Vaihingen von mutmaßlich linken Aktivisten gestoppt worden. Laut Polizei warfen Unbekannte gegen 22.10 Uhr Farbbeutel, Flaschen und Steine auf den Reisebus, der sich an einer Ampel an der Hauptstraße befand. Am Bus entstand ein Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro, verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittelt im linken Spektrum wegen Sachbeschädigung. Die AfD spricht von einem „Terror-“ und einem „Mordanschlag“.

So erklärt Dirk Spaniel, Sprecher der Landesgruppe der Baden-Württemberg: „Die Antifa ist die neue RAF.“ Der Angriff sei ein „feiger Mordanschlag“ und ein schwerer Eingriff in den Straßenverkehr. Spaniel wirft dem grün-schwarz regierten Landtag in diesem Zusammenhang Untätigkeit vor: „Während draußen im Land Linkskriminelle und Asylbewerber zum Schaden der Bevölkerung ihr Unwesen treiben, haben die Realitätsverweigerer von SPD und Grünen im baden-württembergischen Landtag nichts Besseres zu tun, als sich selbst vor angeblich rechtsextremistischen AfD-Mitarbeitern zu schützen.“

Ähnlich sieht es die AfD-Landtagsabgeordnete Christina Baum aus Baden-Württemberg. Sie schreibt auf ihrer Facebook-Seite: „Feiger terroristischer Anschlag der antideutschen Nazi-Kommunisten auf den Frauenbus aus Baden-Württemberg zur Frauendemonstration nach Berlin.“ Baum fordert die Einstufung der Antifa als Terrororganisation – was bei den heterogen organisierten einzelnen Gruppen, die unter diesem Label firmieren, praktisch nur schwer umzusetzen wäre.

Die Antifa äußert sich nicht

Baum schreibt weiter, dass „Frauen nicht nur zum Opfer der illegalen, frauenverachtenden Migranten“ würden, sondern auch noch zur Zielscheibe „der verblendeten linken und grünen Gesinnungsterroristen aus dem eigenen Volk.“ Sie sei wütend und traurig zugleich.

Seitens des Antifaschistischen Aktionbündnisses Stuttgart und Region (AABS) gibt es keine Stellungnahme zu dem Vorfall. In der Vergangenheit verbreitete der Antifa-Ableger eine Plakatkampagne gegen den AfD-Kommunalpolitiker Ernst-Udo Abzieher. Damals verteilten Unbekannte Flugblätter in Stuttgart-Heslach und forderten Abziehers Arbeitgeber – eine Konditorei – auf, sich von ihrem Angestellten wegen dessen politischen Engagements zu trennen. Seit die AfD im Landtag und im Bundestag sitzt, haben laut Polizei politisch motivierte Angriffe auf Amtsträger der Partei zugenommen.

Bei dem „Marsch der Frauen“, zu dem die neun Personen in dem Reisebus unterwegs waren, haben laut Angaben der Berliner Polizei insgesamt 900 Personen teilgenommen. Der Demozug wurde jedoch von Gegendemonstranten durch Sitzblockaden gestoppt, was auch die Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt verhinderte. Die Veranstalter luden zur Demo Personen ein, die gegen die vermeintlich fatale Flüchtlingspolitik „der Altparteien“ seien. Die Gegendemonstranten sprachen dagegen von „Rassismus unter dem Deckmantel des Feminismus.“

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