Anzeige Listen, Baby! Besondere Konzert-Locations in NRW

An der Hochschule für Musik in Detmold studieren junge Menschen aus 56 Nationen, um Musiker, Sänger oder Komponist zu werden. Foto: Johannes Höhn 3 Bilder
An der Hochschule für Musik in Detmold studieren junge Menschen aus 56 Nationen, um Musiker, Sänger oder Komponist zu werden. Foto: Johannes Höhn

Ob unter dem Düsseldorfer Sternenhimmel, in riesigen Höhlen oder im Schatten von Hochöfen – hier werden Konzerte an außergewöhnlichen Orten zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - In der Tonhalle Düsseldorf herrscht erwartungsvolle Stille. Neugierig blicken die Zuhörer auf den Dirigen­ten, der mit leichter Hand die imposante Kuppel des Konzerthauses zum Klingen bringt. Beethovens Symphonie Nr. 6 er­füllt den einzigartigen Saal, hoch oben erstrahlen imposante Sternbilder am Himmel des alten Planetariums. Was für ein beeindruckendes Erlebnis für Ohren und Augen!

Das „Planetarium der Musik“

„Die Tonhalle wurde in den 1920er Jahren als Planetarium errichtet und erst Jahrzehnte später in ein Kon­zerthaus umgewandelt“, sagt Intendant Michael Becker. „Die Akustik im großen, kreisrunden Konzertsaal zählt zu den besten der Republik.“ Hier sind die Besucher ganz nah dran am Bühnen­ geschehen und über ihnen thront stets die alte Planetariumskuppel mit ihren hellen Sternbildern.

Das „Planetarium der Musik“ ist das musikalische Zuhause der Düsseldorfer Symphoniker. „Die Tonhalle Düsseldorf ist eines der wenigen internationalen Konzerthäuser mit eigenem Symphonie­-Orchester“, sagt Becker. „Das gibt uns die Freiheit, Spielpläne zu verwirklichen, die vielfältiger und individueller sein können als die vergleichbarer renom­mierter Häuser.“ Die Konzerte der Symphoniker sorgen regelmäßig für ein vol­les Haus, dazu treten im ehemaligen Pla­netarium immer wieder Weltstars der klassischen Musik auf wie Anne­-Sophie Mutter oder Sir Simon Rattle.

„Stolz sind wir auf das bundesweit einzigartige Sys­tem ‚Tonhalle 0­-100‘“, erklärt der Inten­dant. Als erstes Konzerthaus Deutsch­lands bietet die Tonhalle Musik für jede denkbare Altersgruppe – ob für Babys in der Reihe „Himmelblau“, die Jugend in der Reihe „#Ignition“ oder Klassik­-Rück­kehrer bei „Ehring geht ins Konzert“. Da­rüber hinaus locken regelmäßig Gastver­anstaltungen aus den Bereichen Jazz, Pop oder Kabarett, bei denen renom­mierte Künstler ihre Zuhörer unter dem eindrucksvollen Sternenhimmel der Ton­halle begeistern.

Klassische Musik im Höhlengewölbe

Geschichtlich gesehen deutlich älter ist der „Konzertsaal“ in der Balver Höhle im Sauerland. Schon der Zugang ist einzig­artig. Durch ein 18 Meter breites Ein­gangsportal gelangen Besucher in ein hallenartiges, rund 90 Meter tiefes Gewölbe, in dem einst Neandertaler, Mammuts und Höhlenbären Unter­schlupf fanden. Davon zeugen unzählige Fundstücke der Frühgeschichte, die in Museen ausgestellt sind. Seit fast 100 Jahren wird die Höhle jedoch für Thea­teraufführungen und Musikkonzerte ge­nutzt. Die größte, offene Kulturhöhle Europas bietet Platz für fast 2000 Zu­schauer, die „unter Tage“ eine einzigar­tige Akustik und Atmosphäre erleben. So trat die Band Die Fantastischen Vier bereits mehrfach auf, es gab Metal-Festi­vals, 80er­-Jahre­-Revivals, Schlagerpartys und Klassik­-Konzerte.

Jüngeren Datums sind die Event-­Loca­tions im Ruhrgebiet. Zwischen Glas, Stahl und Ziegeln, in den Waschkauen ehemaliger Zechen, zwischen den rosti­gen Hochöfen früherer Stahlwerke oder in den Hallen einstiger Gaskraftzentra­len – die industriekulturellen Denkmäler versprühen heute vielerorts musikali­sche Energie. Wo einst Maschinen uner­müdlich ratterten, sorgen Künstler bei­spielsweise zwischen den riesigen Anla­gen im Landschaftspark Duisburg­-Nord für beeindruckende Sounds.

Noch bis in die 80er Jahre qualmten in Duis­burg­-Meiderich die Schlote und Arbeiter produzierten bei Gluthitze Rohstahl, heute lädt das ehemalige Hüttenwerk zum kulturellen Abstecher. Beim Klavier­-Festival Ruhr begeistern Pianisten mit feinen Klängen inmitten des Indus­triedenkmals, im Herbst geben sich ver­schiedene Acts beim Traumzeit­-Festival das Mikrofon in die Hand. Und das ist noch nicht alles: Neben vielen Live­-Acts sind da noch aufwendige Lichtinstalla­tionen zu nennen, die die atemberau­bende Kulisse des Hochofens am Abend in tollen Farben erstrahlen lassen.

Im Jahr mehr als 400 Konzerte 

Die gesamte Vielfalt der Musik lässt sich auch in der Kulturstadt Detmold im Herzen des Teutoburger Walds erleben. Tagsüber ertönen leise Jazzklänge im Palaisgarten, auf der Wiese übt ein Ge­sangstrio, wenig weiter blättern einige Studierende durch einen Ordner voller Notenblätter. Rund um die Hochschule für Musik sind vielerorts Instrumente und Stimmen zu hören, denn hier studie­ren junge Menschen aus 56 Nationen, um Musiker, Sänger oder Komponist zu werden. Ihr Können zeigen sie regel­mäßig bei Auftritten im Brahms­-Saal oder im Palaisgebäude, sogar Prüfungs­vorspiele sind öffentlich. Ob Big Band, Kammerchor oder Hochschulorchester – mit rund 400 Konzerten im Jahr sor­gen die jungen Menschen für ein ganz besonderes Musikerlebnis in Detmold.

Auf den Spuren von Beethoven

Im Bonner Beethoven­-Haus kommen Musikfreunde gleich in mehrfacher Hin­sicht auf ihre Kosten. Sie wandeln auf den Spuren des weltberühmten Kompo­nisten Ludwig van Beethoven, der hier 1770 das Licht der Welt erblickte, die ersten Töne wahrnahm und später die ersten Noten las. In den historischen Räumen sind die Gäste dem Musikgenie ganz nah, dafür sorgen zahlreiche Por­träts, originale Musikinstrumente und Alltagsgegenstände. Bekannte Sympho­nien des Künstlers erklingen regelmäßig im Kammermusiksaal im Hinterhof, ganz neu ist das Musikzimmer mit seinen his­torischen Tasteninstrumenten, deren Klang die Besucher bei Konzerten in die Beethoven­-Zeit versetzt.

Augenweide, Ohrenschmaus, Herzenssachen: Der Dreiklang aus Sehen, Hören und Fühlen macht Konzertbesuche in NRW zu unvergesslichen Erlebnissen: www.dein-nrw.de/musikland

Gefördert durch




Unsere Empfehlung für Sie