Interview„Listen Loud“-Festival Stuttgarter Jugendhäuser machen gemeinsames Festival

Tun sich zusammen: Florian Eymer (Jugendhaus West), Jens Maurer (Mitte) und Darko Veric (Bad Cannstatt, von links). Foto: privat/Jugendhaus
Tun sich zusammen: Florian Eymer (Jugendhaus West), Jens Maurer (Mitte) und Darko Veric (Bad Cannstatt, von links). Foto: privat/Jugendhaus

Von Mittwoch bis Samstag findet das „Listen Loud“-Festival auf dem Züblin-Parkhaus statt – eine Koproduktion der Jugendhäuser Bad Cannstatt, Mitte und West. Warum tun die Programmmacher sich jetzt zusammen?

Digital Unit: Jan Georg Plavec (jgp)
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Stuttgart - Von Mittwoch bis Samstag findet das „Listen Loud“-Festival auf dem Dach des Züblin-Parkhauses statt, die Musik kommt aus dem Kopfhörer, das Programm gibt es hier und Tickets hier. Interessant: kuratiert wird das Festival von den drei Jugendhäusern Bad Cannstatt, Mitte und West – entsprechend vielfältig ist das Programm.

Vor allem wollen Darko Veric (Bad Cannstatt), Jens Maurer (Mitte) und Florian Eymer (West) künftig verstärkt zusammenarbeiten. Darüber sprechen sie im gemeinsamen Interview.

Herr Maurer, wer tut sich da zusammen und wofür?

Maurer: Das „Listen Loud Festival“ ist das erste große gemeinsame Vorhaben der Konzertveranstalter in den Jugendhäusern Cannstatt, Mitte und West, die sich vor kurzem als „Listen Loud Group“ zusammengeschlossen haben. Wir zeigen damit die Bandbreite, für die unsere jeweiligen Häuser stehen: es gibt Singer-Songwriter, ein Poetry Slam steht auf dem Programm und eine Punkrock-Lesung – unter anderem.

Warum tun Sie sich gerade jetzt zusammen?

Veric: Jeder von uns sieht natürlich, was die anderen Jugendhäuser machen. Wir wollen einfach versuchen, unsere drei recht separate Szenen ein bisschen zusammenzumischen und Synergien zu nutzen.

Eymer: Das hat schon auch mit dem Coronavirus zu tun. Davor gab es einen unregelmäßigen Arbeitskreis Konzerte. Jetzt hatten wir mal Zeit, uns wirklich zusammenzutun. Und das ist ja auch offen für andere Jugendhäuser, zum Beispiel finden im Hallschlag ja auch regelmäßig Konzerte statt, aber das Haus wird zur Zeit neu gebaut.

Maurer: Es hilft zum Beispiel, wenn wir uns gegenseitig die Bühnen zur Verfügung stellen. Eine Band, die im Nightlinerbus unterwegs ist, kann zum Beispiel gar nicht im JuHa West auftreten. Und das „Listen Loud Festival“ soll keine einmalige Sache sein.

Wie erwärmt man Metalfans für Singer-Songwriter-Musik?

Veric: Es gibt durchaus Schnittmengen zwischen den Genres!

Eymer: Zum Beispiel Akustik-Sets von Metal- oder Punkbands.

Maurer: Unser gemeinsames Anliegen ist auch erstmal unabhängig vom Genre. Es geht uns um die subkulturelle Livemusikszene und Nachwuchsförderung. Das wollen wir am Leben erhalten oder vielmehr wiederbeleben. Es geht hier um Spielarten, die in Stuttgart sonst einfach kaum mehr vorkommen.

Ist laute Gitarrenmusik von Corona am stärksten getroffen?

Eymer: Klar. Viele kleine Locations, in denen diese Musik vor Corona regelmäßig lief, mussten schließen oder können unter Pandemiebedingungen nicht arbeiten. Solange es das Goldmark’s gibt und die ganzen Jugendhäuser, kann das weiterlaufen. Es darf halt nicht weniger werden. Ich muss jetzt schon viele Anfragen absagen. Spannend bleibt, ob das Publikum wiederkommt.

Werden Sie im Herbst Konzerte in den Jugendhäusern veranstalten?

Eymer: Lust hätten wir alle.

Maurer: Vielleicht wird es eher Winter.

Veric: Es wird nicht alles möglich sein. Mit Sitzen und Abstand dürfte was gehen.

Aber doch nicht im Juha West?

Eymer: Jedenfalls nicht drinnen. Es geht doch keiner auf eine bestuhlte Hardcore-Punk-Show.

Maurer: „Normale“ Konzerte kommen für mich bestuhlt auch nicht in Betracht. Zumal du nur so wenige Leute reinkriegst und daher keine Kosten decken kannst.

Warum veranstalten Sie im Sommer keine Konzerte in den Jugendhäusern?

Maurer: Die Planung ist ja relativ langwierig, mit einigen Wochen oder eher Monaten Vorlauf.

Eymer: Die Regeln für Konzerte werden derzeit in der Geschäftsstelle der Stuttgarter Jugendhaus Gesellschaft geklärt. Das ist alles nicht ganz einfach, weil für Einrichtungen der Jugendarbeit immer noch mal spezielle Regeln gelten. Und natürlich wollen wir auch nicht, dass sich jemand bei unseren Veranstaltungen mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gibt es derzeit fast nur Outdoor-Veranstaltungen – wenn sie denn genehmigt werden. Leider hat nicht jeder einen so schönen Biergarten wie zum Beispiel die Alte Hackerei in Karlsruhe.

Zum Programm des Festivals:

Mittwoch, 4. August, Einlass 19 Uhr: Brothers Moving, Support: Quiet Lane

Donnerstag, 5. August, Einlass: 18:30 Uhr: Best of „Slam auf der Couch“, Musik von Jatuna

Freitag, 6. August, Einlass: 19 Uhr: Son Mieux, Support: Sweed

Samstag, 7. August, Einlass 17 Uhr: Shoreline, Drank Burner (Beat Schmutzki & Dave Collide), Perfect Youth und Aftershow-Special mit Andre Lux (Egon Forever)




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