Literaturarchiv Marbach Christian Drosten hält Schillerrede 2020

Der Virologe Christian Drosten. Foto: Wiebke Peitz/Charité Universitätsmedizin Berlin
Der Virologe Christian Drosten. Foto: Wiebke Peitz/Charité Universitätsmedizin Berlin

Die Schillerrede gilt als das ehrenvollste Amt, welches das Deutsche Literaturarchiv in Marbach jährlich zum Geburtstag des Dichters Friedrich Schiller zu vergeben hat. In diesem Jahr übernimmt der Coronavirus-Experte Christian Drosten die Festrede.

Kultur: Ulla Hanselmann (uh)

Marbach - Der Mediziner Christian Drosten hält am 8. November die Schillerrede 2020. Grußworte sprechen Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, sowie die Direktorin des Deutschen Literaturarchivs (DLA), Sandra Richter. Dies teilte die Marbacher Literaturinstitution mit.

Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, entdeckte 2003 den Erreger von SARS und forscht als „weltweit führender Experte im Hinblick auf Coronaviren“ (Fachzeitschrift „Science) zur Covid-19-Pandemie. Zum Vordenker wurde er durch die transparente Verbreitung seiner Forschungsergebnisse und seinen NDR-Podcast, der jetzt mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde. Einen Sonderpreis des Communicator-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Stifterverbandes erhielt er kürzlich zudem für „herausragende Kommunikation der Wissenschaft in der Covid-19-Pandemie“.

Schiller und die Medizin

Mit der Schillerrede wird jährlich an den Geburtstag von Friedrich Schiller erinnert, der am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren wurde. Schiller wirkte nach seinem Medizinstudium kurzzeitig als Regimentsmedicus der württembergischen Armee, die Medizin prägte sein philosophisches Denken. Christian Drosten hält die traditionelle Festrede nach Cem Özdemir, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Jan Philipp Reemtsma, Norbert Lammert, Monika Grütters, Jan Assmann, Brigitte Kronauer, Berthold Leibinger und Richard von Weizsäcker.

Drosten, 1972 in Lingen (Emsland) geboren, verfasste seine Doktorarbeit zum Aufbau von ersten Testsystemen für HIV-1 und HBV (Hepatitis-B-Virus) am Institut für Transfusionsmedizin der Universitätsklinik Frankfurt. Die Funktionen und Veränderungen beim Wirtswechsel von Coronaviren gehörten seither zu seinem Forschungsgebiet. 2007 trat er seinen ersten Lehrstuhl am Universitätsklinikum Bonn an und forschte seit 2012 intensiv über die Epidemiologie und Ökologie von MERS, genauso wie SARS ein Coronavirus.

Digital abrufbar

Im Jahr 2017 wechselte Drosten auf den Lehrstuhl für Virologie der Charité. An der Entwicklung des weltweit ersten Nachweistests für Covid-19 war Drosten und sein Team beteiligt. Christian Drosten berät die Bundesregierung und ist in den Medien als ausgewiesener Experte präsent.

Corona-bedingt werden die Schillerrede sowie beide Grußworte vom 8. November auf der Website des DLA digital abrufbar sein.




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