Literaturfest Esslingen Die Lesart wird immer politischer

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Am 8. November geht es zwar erst los. Doch wer beim Lesart-Festival dabei sein will, muss sich den 23. Oktober merken.

Die Haecker-Preisträgerin Layla Yunus und ihr Mann Arif eröffnen die Lesart. Foto: Horst Rudel
Die Haecker-Preisträgerin Layla Yunus und ihr Mann Arif eröffnen die Lesart. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Die Strahlkraft der Lesart ist gewaltig. Auch wenn bei der 24. Ausgabe des Esslinger Literaturfests vom 8. November bis zum 2. Dezember die ganz großen Namen fehlen, wird der Ansturm auf die Eintrittskarten wohl auch in diesem Jahr enorm sein. Dennoch haben sich die Organisatoren der Stadtbücherei für eher kleinere Veranstaltungsorte entschieden, die nur in Einzelfällen gegen größere Säle getauscht werden können.

Deshalb das Wichtigste zuerst: Wer sicher Karten für seine Wunschlesung bekommen möchte, sollte sich am Dienstag, 23. Oktober um 10 Uhr nichts vornehmen. Denn dann beginnt der Vorverkauf für die 17 Lesungen für Erwachsene und die Vergabe der kostenlosen Karten für das Kinder- und Jugendprogramm. Kaufen kann man sie direkt in der Stadtbücherei, telefonisch unter 07 11/35 12 33 33 oder per Mail unter lesart@esslingen.de. Zudem kann man seine Kartenwünsche auch auf einem Anrufbeantworter unter 07 11/35 12 34 44 hinterlassen.

Der Eröffnungsabend gibt die Richtung vor

Grundsätzlich lässt sich feststellen: Die Lesart reagiert auf den immer rasanteren gesellschaftlichen Wandel – und wird immer politischer. Schon der Eröffnungsabend am 8. November, bei dem die Theodor-Haecker-Preisträgerin Leyla Yunus und ihr Mann Arif Yunus im Schickhardt-Saal des Alten Rathauses ihr neues Buch „Vom sowjetischen Lager zum aserbaidschanischen Gefängnis“ vorstellen, gibt eindeutig die Richtung der diesjährigen Lesart vor.

Die Themen Heimat, Integration, Krieg und Krisen werden dabei sowohl von den Sachbuchautoren als auch in der Belletristik aufgegriffen. Maria Cecilia Barbetta – am 13. November zu Gast im Kutschersaal der Bücherei – erzählt in ihrem Roman „Nachtleuchten“ ebenso wie Nino Haratischwili in „Die Katze und der General“ an gleicher Stelle zum Abschluss des Literaturfests am Sonntag, 2. Dezember, „mit politischer Dringlichkeit und poetischer Kraft von gesellschaftlichen Unruhen, Gewalt und drohender Militärdiktatur und entwerfen eindrückliche Bilder, die universal für alle Kriegs- und Krisenregionen stehen“, sagt die Stadtbücherei-Leiterin Gudrun Fuchs.

Gegen falsche Toleranz und Panikmache

Im Kutschersaal der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, dem Hauptsponsor der Lesart, will der aus zahlreichen Fernseh-Talkshows bekannte Ahmad Mansour am Mittwoch, 21. November, „Klartext zur Integration – Gegen falsche Toleranz und Panikmache“ reden. Der Tübinger Kommunikationswissenschaftler Bernhard Pörksen wiederum beschäftigt sich am Samstag, 17. November, in der Druckhalle des Bechtle-Verlags unter dem Titel „Die große Gereiztheit – Wege aus der kollektiven Erregung“ mit den Folgen der Digitalisierung für die Gesellschaft und das allgemeine Zusammenleben.

Es gibt auch wieder das Literaturfest am Samstag, 1. Dezember, im Jazzkeller in der Webergasse, bei dem lokale Autoren zu Wort kommen. Neben Pia Rosenberg und Sibylle Knauss wird auch Ulrich Stolte, Esslinger Redakteur der Stuttgarter Zeitung, aus seinem Werk „Die Armee und die Ameisen“ vorlesen. Die Musik an dem Abend steuern Patrick Bebelaar und Matthew Bookert bei. Das Programmheft ist in der Stadtbücherei und bei vielen Esslinger Buchhandlungen erhältlich. Weitere Infos gibt es unter www.stadtbücherei.esslingen/lesart.de




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