Mit viel Herzblut betreibt Begüm Yilmaz ihr Pop-up-Café in Sachsenheim (Kreis Ludwigsburg). In kurzer Zeit ist es ein echter Treffpunkt geworden. Deshalb soll das Livéa bleiben.
Francesco Rossignuolo ist zufrieden. Der Mitarbeiter in der Wirtschaftsförderung der Stadt Sachsenheim sieht das Projekt „Pop-up-Store“ als Erfolg. „Alle drei bisherigen Betreiber sind zufrieden“, sagt Rossignuolo.
Ende vergangenen Jahres hat die Stadt beschlossen, eine leer stehende Ladenfläche in der Hauptstraße anzumieten und an Menschen unterzuvermieten, die eine Idee für einen eigenen Laden haben. Damit sollte zum einen Leerstand in der Innenstadt minimiert und zum anderen Anreize für Neugründungen geschaffen werden. 18 000 Euro lässt die Stadt sich das kosten.
„Wir bekamen Fördermittel. Die gibt es nun nicht mehr, sodass eine Weiterführung 2026 nicht vorgesehen ist“, sagt Rossignuolo. Ein nachhaltiger Erfolg könnte sich dennoch bald einstellen. Begüm Yilmaz, die noch bis Oktober in dem Pop-up-Store ein Café betreibt, würde daraus gerne eine dauerhafte Einrichtung machen.
Ihre Idee, Tee, Matcha, Kaffee sowie kleine Speisen anzubieten, ist gut angekommen. „Es lief besser, als wir es uns erhofft hatten“, sagt die 27-Jährige. Die Kunden haben das Livéa seit Juli gut besucht. „Wir haben schon Stammkunden“, sagt Yilmaz.
Café zieht sowohl Senioren als auch Jugendliche an
Es ist ihr erstes eigenes Café. „Das war schon seit meiner Kindheit mein Ziel“, sagt die Sachsenheimerin. Durch die geringe Miete war das finanzielle Risiko nun nicht zu hoch für die junge Familie und Yilmaz konnte sich mit Unterstützung ihres Partners und ihrer besten Freundin den Wunsch erfüllen.
Sie hat damit in der Stadt offenbar einen Nerv getroffen. Senioren kommen für ein Kaffeekränzchen, Schüler für ein Kaltgetränk oder einen Matcha und auch Mitarbeiter aus dem Rathaus verbringen dort gerne ihre Pausen.
Ein paar Kuchen gibt es zur Auswahl, alle von Yilmaz selbstgebacken. Der Kaffee stammt von einer Manufaktur in Bietigheim, die Tees sind handverlesen. Yilmaz ist nicht nur selbst ein Tee-Fan, sie hat auch in einem Tee-Geschäft gearbeitet. Was ausgeschenkt wird, können Kunden auch im „Rohzustand“ erwerben.
An zentraler Stelle in der Großsachsenheimer Hauptstraße 19 bietet das Livéa einen Treffpunkt und ist eine Belebung der Umgebung. Außer dem Bäcker gibt es im Zentrum Großsachsenheims eher weniger ähnliche Angebote. Das weiß man auch im Rathaus zu schätzen. Dort unterstützt man Yilmaz bei ihrem Plan, etwas Dauerhaftes aufzubauen.
Suche nach neuem Standort: Foodtruck als Zwischenlösung?
Direkt im Anschluss an das Ende ihres Pop-up-Stores im November würde sie ihr neues Café gerne eröffnen. Bei der Suche in der Umgebung war sie bislang trotz mancher Leerstände aber glücklos. Gut möglich, dass sich auch am aktuellen Standort eine Möglichkeit ab nächstem Jahr ergibt. „Wir sind dran“, sagt Rossignuolo, will aber nicht mehr verraten.
Klappt das nicht, will Yilmaz sich zunächst mit einem Foodtruck behelfen, um ihre Kunden nicht zu verlieren. „Da würde es uns aber natürlich an Sitzplätzen fehlen“, sagt die aus Markgröningen stammende Café-Betreiberin. Man merkt, dass sie nach dem ersten Erfolg von ihrem Ziel nicht mehr ablassen will. Wie es weitergeht, steht trotzdem noch nicht fest.
Klar ist hingegen die mittelbare Zukunft des Pop-up-Stores. Denn nach Begüm Yilmaz übernimmt für November und Dezember ein Konzeptstore – also ein Verkaufsgeschäft – die Fläche.
Yilmaz ist weiter auf der Suche nach einem Standort für ihr Café und für Tipps per E-Mail an Yilmaz.b1998@gmail.com dankbar.