News-Blog zu Unglücksfall in Esslingen zum Nachlesen Junges Ehepaar und zwei Kinder tot aufgefunden

Von kaw/jüv/dpa/lsw 

In einem Wohnhaus in Esslingen werden am Montag zwei Erwachsene und zwei Kinder tot aufgefunden. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus. Unser News-Blog zum Nachlesen.

Einsatzkräfte vor dem Gebäude in Esslingen-Mettingen. Foto: SDMG 10 Bilder
Einsatzkräfte vor dem Gebäude in Esslingen-Mettingen. Foto: SDMG

Esslingen - In einem Wohnhaus in Esslingen sind am Montag mehrere Tote gefunden worden. Dabei handelt es sich um eine vierköpfige Familie.

15.35 Uhr:

Am Nachmittag gab die Polizei bekannt, dass sie davon ausgehe, dass eine Kohlenmonoxid-Vergiftung die Ursache für das tragische Unglück in der Obertürkheimer Straße in Esslingen ist, bei dem vier Mitglieder einer jungen Familie ihr Leben verloren haben. Die Beamten berichteten, dass einem Angehörigen gegen zwölf Uhr auf Klopfen und Klingeln an der Wohnung nicht geöffnet worden war. Nachdem er durch ein Fenster zwei reglose Personen am Boden liegen sah, habe er über den Notruf die Polizei alarmiert.

Als sich die Rettungskräfte vor Ort Zutritt zum Gebäude verschafft hatten, schlugen sofort deren Kohlenmonoxid-Melder an. Aufgrund der deutlich überhöhten Messwerte konnte die Feuerwehr das Gebäude nur unter Atemschutz betreten.

14.35 Uhr:

Die Polizei gab zu diesem Zeitpunkt bekannt, dass es sich bei den vier Personen um ein junges Ehepaar handelte. Eine 29-jährige Frau und ihren 29-jährigen Mann sowie um ihre Kinder, einen vierjährigen Jungen und ein dreijähriges Mädchen.

Erst nach dem Belüften der Räumlichkeiten konnten die Einsatzkräfte die Wohnung betreten.

Auch zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei keine Hinweise auf ein Verbrechen. Vom frühen Nachmittag an war die Kriminaltechnik vor Ort und hatte die Ermittlungen aufgenommen.

13.30 Uhr:

Es wurden vier tote Menschen aufgefunden. Angehörige wurden von der Polizei vor Ort betreut. Laut den Beamten kam es in dem Haus in der Obertürkheimer Straße in dem Esslinger Stadtteil Mettingen zu einer erhöhten Kohlenstoffmonoxid-Konzentration. Das Gebäude wurde belüftet und Messungen durchgeführt. Feuerwehr, Polizei, Notfallseelsorger und Rettungskräfte waren im Einsatz.

Weitere Details, wann und wie es zu dem Vorfall kam, sind bislang nicht bekannt.

Hintergrund

Immer wieder kommt es zu Unglücken mit Kohlenmonoxid. Erst im Januar hatte sich eine Familie in Ludwigsburg beim Heizen damit vergiftet. Nach ersten Erkenntnissen war das Kohlenmonoxid aus einer Gastherme im Nebenraum ausgetreten und hatte sich danach in den Räumen verteilt. Eine 26-Jährige und ihre 64 und 65 Jahre alten Eltern erlitten Vergiftungen und kamen ins Krankenhaus.

Das sehr giftige Kohlenmonoxid (CO) ist ein brennbares, farb- und geruchloses Gas. Es entsteht unter anderem, wenn Materialien wie Holz, Kohle oder Gas ohne genügend Sauerstoff verbrennen, etwa in geschlossenen Räumen oder bei defekten Heizanlagen. Auch bei der Lagerung von Holzpellets kann CO entstehen.

Auch an Stromaggregaten, die meist mit Diesel oder Benzin betrieben werden, entstehen giftige Abgase wie Kohlenmonoxid. Ein solches Aggregat, das die Versorgung mit Energie unabhängig vom Stromnetz sicherstellt, sollte also nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Kohlenmonoxid blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut. Bei einer Vergiftung kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit - und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod. Vor allem im Schlaf werden die Symptome nur selten bemerkt.