Live-Webcam aus Fellbach Zwei Eier im Kiesbett: Wanderfalken starten Brut auf dem Schwabenlandtower

Ganz oben auf dem Schwabenlandtower in Fellbach entsteht zurzeit neues Leben. Foto: falcommunity, Frank Rodenhausen

107 Meter über Fellbach liegen sie im Kies: Falkenweibchen Alizée hat bereits zwei Eier gelegt. Die Community jubelt – und blickt gebannt auf die Live-Bilder vom Schwabenlandtower.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Hoch über den Dächern von Fellbach (Rems-Murr-Kreis), zwischen Beton, Bauzaun und Fernsicht, beginnt gerade eine neue Falkengeschichte. Wanderfalkenweibchen Alizée hat inzwischen zwei Eier gelegt. Das zweite kam wenige Tage nach dem ersten dazu – ein weiterer kleiner brauner Punkt im Kiesbett des Nistkastens auf dem Schwabenlandtower, 107 Meter über dem Alltag.

 

Das erste Ei war am Samstag kurz vor 14 Uhr erschienen, wie Friedemann Tewald vom Nabu Fellbach mitteilt. Kurz darauf nahm die Brut ihren Lauf, und inzwischen ist klar: Alizée hat nachgelegt. Zwei Eier liegen nun im Nest, dicht beieinander im grauen Kies.

Warten mit Aussicht: Live-Blick auf Fellbachs Skyline

Wer aktuell die Webcam einschaltet, sieht vor allem eines: Warten mit Aussicht. Auf der Außenkamera (Cam1) steht der Landeplatz wie ein Balkon über der Stadt. Eingerahmter Kies, dahinter ein Stahlgerüst, weiter unten Gewerbedächer, Straßen, ameisengroße Autos, Felder.

Meist ist kein Falke im Bild. Die Szenerie wirkt still, fast unscheinbar – als hielte selbst der Wind kurz die Luft an.

Präzisionsarbeit: Alizée umsorgt ihre Eier im Nest

Anders die Innenkamera (Cam2): Hier liegen sie. Zwei Eier, braun gesprenkelt, rundlich, im grauen Kies. Mal sitzt das Weibchen darüber, die Brust leicht gesenkt, die Flügel locker angelegt. Mal steht sie auf, dreht sich behutsam und schiebt mit dem Schnabel die Steinchen zurecht. Jede Bewegung ist bedacht. Brutgeschäft ist Präzisionsarbeit.

Das zweite Ei ist auch schon da. Foto: falcommunity

In einer aufgezeichneten Sequenz ist zu sehen, wie Alizée das erste Ei legt. Sie kauert tief, der Körper angespannt – dann liegt es plötzlich da. Ein unscheinbarer Moment und doch ein Ereignis. Gut, dass die falcommunity mitschneidet. Wer nicht zur rechten Zeit eingeschaltet hat, findet auf der Homepage (www.falcommunity.de) Zusammenschnitte der Szene.

Teamarbeit im Nest: Wanderfalken verhandeln Rollen

Auch leichte Unruhe gab es bereits. In einem weiteren Video ist zu beobachten, wie das Paar um die Eier herum agiert. Kein Drama, eher ein vorsichtiges Aushandeln der Rollen: Nähe, Abstand, wieder Nähe – und dazwischen ein wenig Gekeife. Brut ist Teamarbeit, auch bei Wanderfalken.

Und dann die Mahlzeit: Das Männchen bringt Beute. In einer Aufnahme steht es am Eingang, Beute in den Fängen. Das Weibchen wirkt zunächst zurückhaltend. Ein paar Schnabelbewegungen, ein kurzes Zögern – offenbar nicht ganz nach Geschmack. Auch das gehört dazu. Liebe geht durch den Kropf, aber nicht jede Taube ist ein Festmahl.

Digitale Gratulanten feiern Alizées zweites Ei

Im digitalen Gästebuch überschlagen sich derweil die Einträge. Viele gratulieren zum zweiten Ei, andere drücken weiterhin die Daumen für die kommenden Tage. Manche berichten, sie hätten den Moment live verfolgt, andere bedanken sich beim ehrenamtlichen Team hinter der Kamera.

Die Stimmung ist erwartungsvoll – und ein wenig ehrfürchtig. Zwei Eier liegen nun im Nest, während Alizée darüber wacht.

Faszinierende Nestansicht: Zwei Eier im Fokus der Kameras

Cam2 zeigt die Nahaufnahme des Nests: dunkle Betonwände, weiße Spuren vergangener Bruten, zwei Eier als brauner Mittelpunkt. Draußen auf Cam1 bleibt der Blick weit. Der Tower ragt in den Himmel, darunter die Stadt.

Ein Hochhaus, das oft als „teuerstes Vogelhaus der Welt“ verspottet wurde, wird einmal mehr zur Kinderstube. Kein Spektakel, kein Paukenschlag – nur zwei Eier. Und doch beginnt mit ihnen wieder alles.

Wer nichts verpassen will, klickt sich durch die Live-Streams oder die Video-Rubrik der falcommunity. Zwei Eier sind gelegt. Jetzt heißt es: brüten, hoffen, zählen. Und vielleicht schon bald: drei, vier...

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