LKA Longhorn Stuttgart Das Erbe des Rock ’n’ Roll

Von Franz Krauder 

Highway to Hell: Die AC/DC-Tribute-Band Barock wird dem Publikum am 5. April im LKA Longhorn ordentlich einheizen.

Barock sind nah am Original.  Foto: Veranstalter
Barock sind nah am Original. Foto: Veranstalter

Die Konzerte von AC/DC waren der Inbegriff einer Rock-Show. Feuer, Blitze, Höllenglocken. Und mittendrin ein Teufel an der Gitarre, der sich wild am Boden dreht, dabei in Mordstempo seine Soli greift und wie besessen von links nach rechts über die Bühne rennt. Gut, er trug dabei eine Schuluniform, dieser völlig bekloppte Angus Young. An die Schule denkt man vielleicht nicht sofort, wenn man Rock ’n’ Roll hört. Nichtsdestotrotz prägte diese Truppe das Genre wie keine zweite. Nur leider steht das im Präteritum. Die meisten Gründungsmitglieder der legendären Band sind verschieden, die Schuluniform des Lead-Gitarristen hängt derzeit am Nagel. Aber der Rock ’n’ Roll ist bekanntlich unsterblich – lebt auch ohne seine prominenten Vertreter fort. Dank Tribute-Bands wie Barock, die am 5. April nach Stuttgart ins LKA Longhorn kommen.

Leider viel zu früh verstorben

Wer das Pech der späten Geburt hatte, konnte AC/DC in Höchstform nie erleben: den leider viel zu früh verstorbenen Sänger Bon Scott, dessen ebenso brillanten Nachfolger Brian Johnson oder auch den einstigen Kopf der Band, den Antreiber Malcolm Young, Bruder des Bekloppten und leider 2017 verstorben. Es war ein irrer Haufen, den nachzuahmen eigentlich unmöglich scheint. Doch Barock bekommen das auf erstaunliche Weise hin. Sie verwalten quasi das Erbe des Rock ’n’ Roll. Doch was macht Barock so besonders? AC/DC ist schließlich die – zumindest gefühlt – meistgecoverte Band des Planeten. Vielleicht liegt es daran, dass sich die Herren um Frontmann Dario Cisotto dem Lebens­gefühl und der Legende von AC/DC voll und ganz verschrieben haben. Wer den Gitarristen Eugen Torscher von Ferne sieht, der mag glauben, es sei der Leibhaftige selbst: So energetisch wie Young reckt er die zu Teufelshörnern geformten Finger in die Luft, während hinter ihm die Kanonen donnern. Schießt dann noch das Feuer aus dem Bühnenboden, so kann man beim bierseligen „Highway to Hell“ schon mal vergessen, dass es sich hier ja gar nicht um das australische Original handelt. Wobei ja sowohl Scott als auch die Brüder Young in Schottland geboren wurden, aber früh nach Down Under kamen. Das sind nun aber Infos für absolute Kenner.

Famos: Das AC/DC-Gefühl

Und diese Kenner sind sich einig: So famos wie Barock evoziert keine andere Kapelle das AC/DC-Gefühl. Genaustens haben sie die Bewegungen ihrer Vorbilder studiert, auch dieselben Instrumente wie ihre Stars haben sie sich besorgt. Musikalisch haben Barock natürlich alle Songs auf dem Kasten, die bei keiner AC/DC-Show fehlten: „Hells Bells“, „Back in Black“, „Thunderstruck“, „T.N.T.“, „Whole Lotta Rosie“ – hach, die Liste ist so lang. Noch besser aber: Barock haben auch Titel im Repertoire, die AC/DC selbst nie live gespielt haben. So ersetzen Barock natürlich nicht die Erfahrung eines AC/DC-Konzerts. Wer da dabei war, vergisst es sein Leben lang nicht. Wer aber diese Faszination seinen Kindern begreifbar machen will oder einfach das, was dieser Erinnerung am nächsten kommt, mal wieder erleben möchte – der darf, nein, der muss sich glücklich schätzen, dass Barock auf Tour sind.

Barock: 5. April, 20 Uhr, LKA Longhorn, Tickets 07 11 / 84 96 16 72