Bis vor 80 Jahren gab es in Leonberg ein KZ-Außenlager. In einer Reihe schildern wir die mühsame Recherche der Gedenkstätteninitiative nach den ehemaligen KZ-Häftlingen, porträtieren die ehemaligen Häftlinge und begleiten eine Schulklasse dabei, wie sie vom dunkelsten Kapitel Leonbergs erfahren.

Vor achtzig Jahren, von April 1944 bis April 1945, gab es in Leonberg ein Konzentrationslager. Kein Vernichtungslager, ein Arbeitslager der SS für die Augsburger Firma Messerschmitt, das zum Lager in Natzweiler im Elsass gehörte. 389 Häftlinge starben in Leonberg, viele weitere kamen in Sterbelagern ums Leben oder starben bei der Todesfahrt nach der Evakuierung.

 

Der zweite Teil handelt vom letzten Überlebenden der Leonberger KZ-Häftlinge, Avraham Ary. Er lebt heute in Haifa in Israel. Ary schildert, wie nur überlebte, indem er sich älter machte. Er kommt als 16-Jähriger schließlich nach Leonberg und berichtet vom grausamen Alltag der Häftlinge im Leonberger Arbeitslager.

Im dritten Teil geht es um Ricardo und Edoardo Goruppi, die gemeinsam im KZ in Leonberg waren. Edoardo stirbt schließlich dort, Ricardo kann sich in der Zeit danach nur noch an seine Häftlingsnummer erinnern – nicht mehr an seinen Namen. Und auch danach lässt Ricardo die Zeit in Leonberg nicht los, er macht es sich zur Aufgabe, darüber zu sprechen, berichtet sein Sohn Roberto. Den Holocaustgedenktag am 27. Januar begeht die Familie Goruppi jedes Jahr gemeinsam und wandert auf den Spuren von Ricardo und Edoardo.

Der vierte Teil der Reihe dreht sich um einen der jüngsten Häftlinge im Leonberger Lager: Albert Montal war gerade mal 15 Jahre alt, als er nach Aufenthalten in weiteren KZs schließlich in Leonberg ankommt. Dort muss auch er schwerste Arbeit leisten – bis er auf einen mitfühlenden Lagerarzt trifft und ihm als Assistent zur Hand gehen darf.

Im fünften Teil kommen Nachkommen des Franzosen Francois Dahlmann zu Wort, der am 11. März todkrank zum Sterben von Leonberg nach Bergen-Belsen gebracht wird. Dann verliert sich seine Spur. Seine Familie sucht viele Jahrzehnte nach ihm und erfährt erst 2016 von seinem Verbleib – vermutlich wegen eines Schreibfehlers.

Der sechste Teil handelt von Binem Grünstein, den in Leonberg seine Malkünste vor der schweren Arbeit gerettet haben - und dessen Kinder nun die Leonberger Gedenkstätte besucht haben. 

Im letzten Teil begleiten wir eine Lugwigsburger Schulklasse dabei wie sie von der Lotsin Ingeborg Böhme erfahren, wie es den KZ-Häftlingen in Leonberg erging, wo sie ankamen und wo sie lebten. Dabei geht den Jugendlichen auch durch den Kopf, ob sich so etwas wie damals wiederholen könnte.

Wie wichtig die Erinnerung an die NS-Verbrechen für den Schutz unserer Demokratie ist und, dass Gedenkstätten wie die in Leonberg dafür unerlässlich sind, dafür plädiert zur Reportage gehörende Kommentar.