LKZ-Sommergespräche „Das Ziel ist eine Flaniermeile ohne Autos“

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Gitte Hutter von den Linken ist für eine attraktive Innenstadt, in der die Menschen im Mittelpunkt stehen.

Ein autofreies Zentrum wünscht sich Gitte Hutter. Die Realität, hier am Neuköllner Platz, sieht anders aus. Foto: factum/Granville
Ein autofreies Zentrum wünscht sich Gitte Hutter. Die Realität, hier am Neuköllner Platz, sieht anders aus. Foto: factum/Granville

Leonberg - Auf der Tribüne des Reiterstadions ist fast immer Platz. Zum Beispiel fürs Finale der Sommergespräche.

Frau Hutter, es gibt angenehmere Gesprächsorte als eine baufällige Tribüne mit Blick auf einen heruntergekommenen Platz.

Genau deshalb sitzen wir hier: Das Reiterstadion ist ein Schandfleck, der nur zwei- mal im Jahr genutzt wird. Sonst ist es ein Hundeklo und ein Ort für Trinkgelage.

Was muss geschehen?

Im Grundsatz bin ich dafür, innerstädtische Flächen für Wohnungsbau zu nutzen. Aber da das an diesem Ort im Gemeinderat nicht durchsetzbar ist, werbe ich für eine ganzjährige kulturelle Nutzung: eine Art Amphitheater für Theater, Konzerte und im Winter eine Eisbahn.

Wären das nicht eher Elemente, um den Marktplatz beleben?

Wir müssen die ganze Stadt beleben. Aber es ist richtig: Der Marktplatz muss unbedingt bespielt werden! Dass dort quasi gar nichts stattfindet, ist ein Unding!

Was schlagen Sie vor?

Kultur und Genießen sind Themen, die gut zur Altstadt passen: Jazzkonzerte mit lokalen Musikern. Das könnte man hervorragend mit dem Markt der Genüsse kombinieren und die Gastronomie einbinden. Mit einem guten Angebot locken wir auch Gäste von außen.

Sie plädieren also mehr für ein Erlebnis- als für ein Einkaufsviertel?

Es kommt auf die Klientel an, die man ansprechen möchte. Kultur und Kulinarik sprechen eher ein Qualitätspublikum an.

Besucher brauchen zumeist Parkplätze.

Unsere Tiefgarage ist viel besser als ihr Ruf. Zugegeben: Der Eingang in der Seestraße ist gewöhnungsbedürftig, aber die Zufahrt am Hinteren Zwinger ist sehr gut. Wir brauchen auffälligere Schilder und in Parkdecks selbst Hinweistafeln auf die Arztpraxen, Geschäfte und Lokale. Insgesamt muss das Parkhaus heller sein, und die jetzige Hintergrundmusik erscheint mir etwas traurig. Das Platzangebot ist gut.

In der Altstadt gibt es viele Leerstände.

Die Stadt muss mehr Druck bei den Eigentümern machen, damit die ihre Ladenlokale wieder vermieten. Die ehemalige Metzgerei Blum steht lange leer, genau wie das Kaufhaus NKD. Da könnte man eine kleine Markthalle etablieren, sodass es drinnen wie draußen attraktive Angebote gibt.




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