Igel zählen zu den bedrohten Tierarten, für die geschützte Lebensräume wichtig sind. Foto: dpa/Jonas Walzberg
In Rom haben sich die Teilnehmer der Artenschutzkonferenz nun auf die Finanzierung ihrer Ziele geeinigt. Das zeigt: Auch ohne die USA geht es weiter, findet Hauptstadtkorrespondentin Rebekka Wiese.
Die Weltlage ist schwierig und gute Nachrichten sind rar. Das gilt ganz besonders, wenn es um Klima- und Umweltschutz geht. Nach der Weltklimakonferenz in Baku 2024 fiel die Bilanz ernüchternd aus, die UN-Artenschutzkonferenz in Kolumbien musste im selben Jahr ohne Einigung abgebrochen werden.
Nun aber sind die Teilnehmer des Treffens in Rom erneut zusammengekommen, um weiterzumachen, wo sie letztes Mal aufgehört hatten: Bei der Frage, wie die vereinbarten Ziele zum Artenschutz finanziert werden sollen. Dafür wurde nun ein Plan festgelegt und geeint. Das ist ein großer Erfolg für den Artenschutz – und lässt auch für andere Bereiche hoffen.
Stets kritische Umweltschutz-Verbände lobten die Einigung. Das zeigt, wie weitreichend sie ist – und das, obwohl die USA nicht an dem Treffen in Rom teilnahmen. Das liegt an US-Präsident Donald Trump. Zur Wahrheit gehört aber, dass sich die USA als eine der größten Weltmächte schon lange aus der Frage des Artenschutzes heraushalten. Die Biodiversitätskonvention von 1992 haben sie nie ratifiziert. Beim Naturschutz waren sie immer nur unverbindlich dabei – und in Rom nun gar nicht mehr.
Insekten, z.B. Wildbienen, sind besonders vom Artensterben betroffen. Foto: dpa/Patrick Pleul
So dramatisch es ist, dass sich ein so wichtiger Staat den Artenschutz-Vereinbarungen entzieht, so wichtig ist es auch, dass der Rest der Welt das Thema deshalb nicht hat fallen lassen. Stattdessen einigten sich die anderen Staaten vor gut zwei Jahren darauf, bis 2030 mindestens 30 Prozent von Land und Meer zu schützen. Das ist ziemlich ambitioniert – aber die Finanzierung steht nun, auch ohne die USA.
Was im Umweltschutz gelungen ist, wird man auch im Bereich der Klimavereinbarungen lernen müssen: Weitermachen, auch wenn einer der wichtigsten Akteure nicht mitmachen will. Aufgeben ist keine Option.