Kaltental - Michael Heimrich ist ein eingefleischter Rockmusik-Fan. Als der Kaltentaler Vater wurde, begann für ihn eine harte Zeit. Nicht nur, aber auch, weil ihm das ewig gleiche La-Le-Lu-Gedudel der Spieluhren seiner Kinder gehörig auf die Nerven ging. „Dieser fiese Ohrwurm war für mich der Auslöser, nach besserer Schlafmusik zu suchen“, sagt der 41-Jährige. Seine Idee: die Kinder sollen bei den Lieblingssongs der Eltern einschlafen. Für Heimrich ist das „musikalische Früherziehung der besonderen Art“.
Aber kommt ein Baby wirklich zur Ruhe, wenn „Highway To Hell“ oder „Bohemian Rhapsody“ aus dem Lautsprecher dröhnt? „Es sind sanfte Coverversionen mit den für Spieluhren typischen Xylofonklängen und Vogelgezwitscher. E-Gitarren sind nicht zu hören“, sagt Heimrich und lacht. Um diese Coverversionen zu finden, arbeitet er mit verschiedenen Produzenten zusammen. Das Herzstück seiner Spieluhren ist nicht das klassische Spielwerk, sondern ein MP3-Player. Das hat den Vorteil, dass mehrere Stunden Musik drauf passen. Eltern müssen nicht mehr danebensitzen und wieder und wieder am Bändel ziehen, damit das Lied von vorn beginnt. Zudem gibt es einen Timer, und die Lautstärke kann geregelt werden. Verpackt sind die MP3-Player in vier von Michael Heimrich selbst entworfenen Kuscheltieren. Denn Heimrich ist Diplom-Designer. Seinen kleinen Schützlingen hat er Namen gegeben: Peter der Fuchs, Ivy der Hase, Jay der Bär und Eddie der Löwe bilden zusammen eine Band.
Die Erfindung wächst mit und hat sich bei den eigenen Kindern bereits bewährt
Zwei Jahre lang feilte Heimrich zusammen mit verschiedenen Fachhändlern und befreundeten Eltern am Konzept. Die ersten Testpersonen waren seine eigenen Kinder. Die sind mittlerweile zwei und fünf Jahre alt, ihre Spieluhren haben sie aber noch immer. „Meine Erfindung wächst mit, denn auf den MP3-Player können ja auch Kinderlieder und Hörbücher geladen werden“, sagt er. Und was den Musikgeschmack seiner Kinder betreffe, habe sich sein Konzept bewährt. „Das entwickelt sich in dei richtige Richtung“, sagt Heimrich und schmunzelt.
Die Rockmusik-Spieluhren scheinen ein Erfolg zu werden
Mittlerweile hat er das Start-up-Unternehmen Rock my Sleep gegründet. Im vergangenen Jahr präsentierte er seine Spieluhren auf der Messe Kind und Jugend in Köln. Dort sind die Einkäufer von Kinderläden unterwegs, und die waren begeistert. Heimrich will seine Spieluhren für 49 Euro das Stück verkaufen. Im Preis inbegriffen sind jeweils drei Songs, wovon zwei frei wählbar sind. Weitere Titel können im Internet heruntergeladen werden, kosten dann aber extra. Aktuell stehen etwa 50 Lieder zur Verfügung. „Ich arbeite daran, die Zahl stetig zu erhöhen“, sagt der Kaltentaler Erfinder.
Doch um seine Spieluhren auf den Markt zu bringen, braucht Heimrich das nötige Startkapital. Darum hat er eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Los ging es am 1. Oktober. Bereits vier Tage später, am 5. Oktober, hatte er die avisierten 10 000 Euro zusammen. Mit dem Geld will er mit Peter the Fox die erste Spieluhr und den Musikplayer produzieren sowie die Musiklizenzen kaufen. Im Idealfall könnte die ersten singenden Kuscheltiere im August 2020 in den Läden zu kaufen sein.